Frick/Laufenburg

Mit Tränen in den Augen: Dank Begegnungsboxen wieder Besuch für Altersheimbewohner

Besuche sind im Alterszentrum Bruggbach im Freien möglich.

Besuche sind im Alterszentrum Bruggbach im Freien möglich.

In Frick und Laufenburg bieten Altersheime Begegnungszonen an. Damit können die Bewohner wieder Besuch empfangen. Die ersten Tage verliefen reibungslos, so der Verein Altersbetreuung im oberen Fricktal.

Es waren rührende Szenen, die sich am Wochenende bei den beiden Alterszentren in Frick und Laufenburg abgespielt haben. Nach mehreren Wochen, in denen die Bewohner wegen der Coronakrise keinen Besuch mehr empfangen durften, ist seit Donnerstag eine Begegnung mit den Angehörigen wieder möglich. Der Verein Altersbetreuung im oberen Fricktal (VAOF), der die beiden Zentren führt, hat im Freien eine Begegnungszone (Frick) respektive Begegnungsboxen (Laufenburg) eingerichtet.

«Die Besucher und die Bewohner hatten zum Teil Tränen in den Augen», beschreibt Heinz Stucki die Szenen am Wochenende. Stucki leitet das Alterszentrum Klostermatte in Laufenburg. Im Schnitt kamen jeden Tag gut ein Dutzend Besucher, sagt Stucki. Bei allen rund 50 Besuchen «spürte man eine grosse Freude über das Wiedersehen und Dankbarkeit, dass wir Besuche möglich machen». Mehrere E-Mails gingen nach den Besuchen auch bei der Geschäftsstelle des VAOF ein. Der Tenor: Dankbarkeit.

«Die ersten Tage mit dem neuen Besuchsregime liefen reibungslos», bilanziert Andre Rotzetter, Geschäftsführer des VAOF. Man habe noch kleine Anpassungen am Konzept vorgenommen, aber das System bewähre sich.

Grosse Toleranz und Solidarität

Froh ist Stucki, dass sich die Angehörigen an die Bitte gehalten haben, ihre Verwandten gestaffelt zu besuchen. Denn mehr als elf Bewohner können in Laufenburg nicht zeitgleich Besuch empfangen – so viele Besucherboxen stehen in der Klostermatte bereit. «Mehr ist vom Platz her nicht möglich», sagt Stucki. Jede Besucherbox ist mit einem Tisch und zwei Stühlen ausgestattet. Eine Plexiglasscheibe sorgt dafür, dass es zu keiner Ansteckung kommen kann.

Gerade am Sonntag waren zeitweise alle Boxen belegt. Einige Angehörige mussten warten, bis sie ihre Verwandten sehen konnten. «Wir stellten dabei eine grosse Toleranz und Solidarität fest», sagt Stucki. Bei den Wartenden ebenso wie bei denen, die bereits einen Besuchsplatz hatten. «Nach einer gewissen Zeit machten sie ihren Platz für die Wartenden frei.»

Für Dienstag haben sich in Laufenburg fünf Besucher angemeldet. Eine Anmeldung ist nur dann nötig, wenn der Bewohner Hilfe braucht, um nach draussen zu kommen. Für diese Bewohner hat der VAOF begleitete Besuche eingerichtet.

«Aus Ressourcen- und organisatorischen Gründen können diese begleiteten Besuche nur an den Nachmittagen zwischen 13.30 und 16.30Uhr und nur auf Voranmeldung stattfinden», sagt Rotzetter. Auch hier ist das Verständnis gross. «Wichtig ist den Angehörigen und Bewohner, dass sie sich endlich wieder sehen können.»

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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