Mit Take-away zum Lesestoff

In Möhlin orderten Hunderte Bücherpakete to go – Ausleihen in Bibliothek Rheinfelden wieder auf Normalniveau.

Dennis Kalt
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Isabelle Cladé, stellvertretende Leiterin der Stadtbibliothek Rheinfelden, verleiht pro Monat rund 4000 Medien an Kunden.

Isabelle Cladé, stellvertretende Leiterin der Stadtbibliothek Rheinfelden, verleiht pro Monat rund 4000 Medien an Kunden.

Bild: Dennis Kalt

Aussuchen, bestellen, abholen: Mit dem Take-away-Verkauf hat sich manch ein Gastronom während des Lockdowns über Wasser gehalten. Um nicht ganz von der Bildfläche zu verschwinden, haben auch die Fricktaler Bibliotheken auf Take-away gesetzt.

Etwa jene in Möhlin. Hier konnten Leseratten bis zu fünf Bücher via Mail und Telefon bestellen und diese in einem Paket an zwei Tagen die Woche in einem festgelegten Zeitraum abholen. «Die Kunden haben das Angebot rege genutzt», sagt Leiterin Andrea Fischler. Um zu verhindern, dass sich Warteschlangen bilden, habe man die Zeitfenster zum Abholen der Pakete auf vier Tage die Woche ausgeweitet. Durch den Take-away-Service wurden so rund 4000 Bücher verliehen.

Auf diese Art hat auch die Stadtbibliothek Laufenburg rund 150 Bücher pro Woche an Kunden gebracht. «Das reicht natürlich nicht an die Ausleihzahl einer gewöhnlichen Woche heran, die etwa bei 600 liegt», sagt Bibliothekarin Eveline Dillinger. Nach der Öffnung Mitte Mai stieg die Zahl der Ausleihen stetig auf mittlerweile rund 400 Exem­plare die Woche an. «Die Risikogruppen bleiben noch teilweise fern», so Dillinger.

In der Stadtbibliothek Rheinfelden seien es während des Lockdowns viele Eltern gewesen, die für ihre Kinder Bücher und CDs ausgeliehen haben, «um zu Hause ein wenig die Langeweile zu vertreiben», sagt Isabelle Cladé, stellvertretende Bibliothek-Leiterin.

Ein Vergleich der Statistik mit dem Vorjahr der Monate Juni, Juli und August zeigt, dass die Bibliothek Rheinfelden nach der Öffnung Mitte Mai wieder ein normales Niveau an Ausleihen erreicht hat. Waren es im letzten Jahr 14040 Medien, die in diesen drei Monaten verliehen wurden, sind es 2020 im gleichen Zeitraum 13650 gewesen.

Etwas überraschend ist für Cladé, dass man während des Lockdowns keinen Anstieg an E-Book-Ausleihen verzeichnete.

Hingegen ging der Verleih an digitalen Medien in Möhlin «ab wie eine Rakete», wie es Fischler beschreibt. Sind es pro Monat für gewöhnlich 600 bis 700 digitale Ausleihen, waren es in den Lockdown-Monaten zwischen 900 und 1200. Mittlerweile habe sich die Zahl zwischen 800 und 900 eingependelt. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die Bibliothek Möhlin einen Anstieg von rund 40 Prozent der Ausleihen an E-Medien. Grund hierfür war, dass die Bibliothek alle ihre Kinder- und Jugendabos für das digitale Abo aufgeschaltet hat.

Auffällig für Fischer ist, dass die «Wohlfühl-Atmosphäre» noch nicht ganz in die Bibliothek zurückgekehrt ist. «Die Leute halten sich weniger lange bei uns auf und nehmen ihre Auswahl zielgerichteter vor.» Auch, dass Kinder und Jugendliche sich in der Bibliothek treffen, um sich mal zusammen einen Comic anzuschauen, fehle noch.

Computer ausser Betrieb ­genommen

Weil die Personenzahl in der Stadtbibliothek Rheinfelden auf 35 begrenzt ist, hat man aus den Arbeits- und Aufenthaltsbereichen Stühle entfernt. Auch die PCs sind derzeit ausser Betrieb. «Es gab einige, die etwa Be- werbungen bei uns geschrieben oder zusammen am Computer gespielt haben», sagt Cladé, die hofft, dass dies nach weiteren Beschlüssen des Bundesamts für Gesundheit bald wieder möglich sein wird.