Stimmungsvoll inszenierten die Sänger schon den Auftakt: In die dunkle Halle marschierten sie mit elektrisch beleuchteten Fackeln ein und machten so das Konzertmotto anschaulich: Füür und Flamme. Dirigent Gregor Wannack blieb bei der Auswahl der Lieder dem Motto ebenfalls treu. So drehte sich am Abend musikalisch alles irgendwie um das Element Feuer und für welche Emotionen es steht: für Begeisterung, Wärme, Licht und Leidenschaft.

Für den Regenbogen-Chor ist der Live-Auftritt mit einer Begleitband nichts Neues. Schon seit rund fünf Jahren praktizieren sie dies, bislang stets mit Bands aus der Musikschule Möhlin. Am Samstagabend war es Pure, die mit den Sängern auf der Bühne spielten. Und für die Band, deren Mitglieder aus dem gesamten Fricktal stammen, war es eine Premiere, einen Chor zu begleiten. Kein Wunder, besteht die Formation doch auch erst seit drei Monaten. Gitarrist Samuel nach dem Auftritt: «Wir mussten uns schon zurücknehmen von der Lautstärke her, aber es war eine tolle Erfahrung.»

Die Harmonie stimmte

Im Vorfeld waren auch einige gemeinsame Proben notwendig. Aber am Abend stimmte die Harmonie, und die Kombination aus mehrstimmigem Gesang und rockigem Sound entfaltete einen ganz eigenen Charme.

Durchs abwechslungsreiche Programm führte Mitsängerin Sandra De Minico, die mit italienischen Temperament zusätzlich einheizte. Für Kurzweil sorgte auch die gute Mischung. Mal spielten Chor und Band gemeinsam, mal begleitete Dirigent Wannack die Sänger mit leisen Piano-Klängen, mal traten diese a cappella auf. Auch die Fricktaler Band Pure genoss nach der Pause mit einem aus zwei Songs bestehenden Solo-Auftritt die volle Aufmerksamkeit des Publikums, vor allem Sängerin Jessica.

Feuer im Programm

Dass die Sängerinnen und Sänger des Regenbogenchors Fricktal für ihr Leben gerne singen, hörte man aus ihren Liedern heraus. Rund ums Thema Feuer gibt es auch eine reiche Auswahl an Songs – ob «Ring of Fire» von Jonny Cash (mit einem über die Bühne reitenden Cowboy), «Ich geh’ in Flammen auf» von Rosenstolz oder «Things we lost in the fire» von Bastille.

Es kamen aber auch Lieder zu Gehör, in denen das Feuer sinnbildlich steht für Liebe und Nähe, beispielsweise «Dir gehört mein Herz» (Phil Collins) und «Marry you» von Bruno Mars. Bei «Baby, its cold outside» sah man die Sänger in Mützen und Schals auf der Bühne stehen.

Bei «Good Night» von den Beatles liessen sie das Publikum brennende Feuerzeuge schwenken, was die Halle in ein stimmungsvolles Licht tauchte. So zog sich der Konzertabend bis 22 Uhr hin, vor allem dank der drei Zugaben, die der Regenbogenchor auf Drängen des Publikums gerne gab.