Fricktal
Mit Self-Checkout kämpfen Detailhändler gegen Wartezeit

Einkaufen ohne lange Schlangen an der Kasse? Das ist dank den neuen Self-Checkout-Systemen möglich. Sofern man nicht gerade den Wocheneinkauf tätigt.

Lucas zeugin
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In Frick und Rheinfelden werden Self-Checkout-Kassen eingeführt. Chirs Iseli

In Frick und Rheinfelden werden Self-Checkout-Kassen eingeführt. Chirs Iseli

Chris Iseli

Gehören lästige Wartezeiten beim Einkaufen bald der Vergangenheit an? Die grossen Detailhändler kämpfen seit Jahren gegen die Schlangen an den Kassen und versuchen die ungeliebten Kundenreihen mit neuen Einkaufssystemen vollständig aus ihren Filialen zu verbannen.

Mit dem Self-Scanning, also dem Einlesen der Strichcodes und anschliessender Bezahlung an der Kasse, können Kunden schon seit längerem beim Einkaufen Zeit sparen. Jetzt werden ausgewählte Filialen der Detailhändler zusätzlich mit dem Self-Checkout ausgestattet, bei dem die Artikel an unbedienten Kassen eingelesen und bezahlt werden. Die az wollte wissen, welche Einkaufssysteme im Fricktal aktuell sind und wo es in Zukunft neue Varianten gibt.

Self-Checkout auf Vormarsch

«Der Self-Checkout ist auf den kleinen Warenkorb zugeschnitten. Somit eignet sich diese Variante besonders in hochfrequenten Verkaufsstellen, wie zum Beispiel in Bahnhöfen», erklärt Manuel Wegmüller, Prozessverantwortlicher passabene. 2013 hat Coop dieses Einkaufssystem erstmals in einer Verkaufsstelle getestet.

Aufgrund der positiven Resonanz will der Detailhändler dieses Angebot auf weitere Filialen in der ganzen Schweiz ausdehnen. Doch die Region bleibt aussen vor: «Im Moment sind noch keine Verkaufsstellen im Fricktal geplant, welche mit Self-Checkout ausgerüstet werden», erklärt Andreas Wegmüller weiter.

Anders verhält es sich beim orangen Riesen: Gleich zwei Filialen werden künftig neben dem Self-Scanning auch mit dem Self-Checkout ausgestattet. Die Migros in Frick wird im kommenden Jahr für rund 4,5 Millionen Franken umgebaut und bis zum Abschluss der Bauarbeiten im vierten Quartal mit beiden Varianten ausgestattet. Auch in Rheinfelden wird diese Lücke geschlossen. Hier sollen beide Einkaufssysteme am 8. Mai 2015 eingeführt werden.

Bis auf Weiteres Self-Scanning

«Ob in einer Filiale Self-Scanning oder Self-Checkout eingeführt wird, ist standortabhängig», erklärt Andrea Bauer, Mediensprecherin der Migros Aare. Bei grösseren Verkaufsstellen, wo die Wocheneinkäufe erledigt werden, bietet sich die Lösung mit dem Self-Scanning an. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Waren können direkt in der Tasche verstaut werden und müssen nicht ständig wieder ein- und ausgepackt werden. «Ausserdem kann der Kunde selber bestimmen, wie schnell der Einkauf vonstattengehen soll», führt Bauer aus.

Bis im kommenden Jahr müssen sich die Migros-Kunden aber noch gedulden, denn das subito Angebot ist im Fricktal noch Zukunftsmusik. Hier hat Konkurrent Coop bis jetzt die Nase vorne. Das Self-Scanning-Angebot passabene wird bereits in den Filialen in Kaiseraugst und Frick genutzt.

Bei Lidl sucht man vergebens nach Selbstbedienungskassen. Das gilt aber nicht nur fürs Fricktal, sondern schweizweit. Dieses Einkaufssystem wird aktuell in den englischen Filialen des Detailhändlers getestet. Abhängig von den Resultaten wird entschieden, ob der Testlauf auf die Schweiz ausgedehnt werden soll, wie Nico Frey von der Medienstelle Lidl erklärt. Bis auf Weiteres müssen sich auch hier die Kunden an der Kasse gedulden.

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