Etzgen
Mit Messern und Bohrmaschinen wird ein Lichtermeer vorbereitet

Am Freitag und am Samstag wird die Strassenbeleuchtung im Mettauertaler Ortsteil Etzgen ausgeschaltet und die Häuser werden verdunkelt. Aus rund 1000 Kürbissen leuchten dann Kerzen. Die Kürbisse wurden am Mittwoch ausgehöhlt und geschnitzt.

Peter Schütz
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Viel los am Schnitznachmittag in Etzgen: Marie-Christine Vetter (rechts) und Sibylle Hausherr (zweite von links) vom OK-Team.

Viel los am Schnitznachmittag in Etzgen: Marie-Christine Vetter (rechts) und Sibylle Hausherr (zweite von links) vom OK-Team.

Peter Schütz

Wenn am Freitag ab 18 Uhr die ersten Besucher eintreffen, macht sich garantiert Staunen breit. Denn die 5. Etzger Kürbisbeleuchtung am Freitag und am Samstag hält etliche Überraschungen bereit. Zum Beispiel das Hauptsujet. In den Vorjahren waren es der Cheis-acherturm oder ein Ballon aus Kürbissen, die über allem ragten. Jetzt ist es – aber halt, das soll ein Geheimnis bleiben.

Kein Geheimnis ist hingegen, was alles hinter der Kürbisnacht steckt. Viel Engagement der einheimischen Bevölkerung. Viel Arbeit. Und gelegentlich auch ein Tropfen Blut, wie am Mittwochnachmittag, als Männer, Frauen und Kinder im Feuerwehrmagazin die Kürbisse schnitzten. «Häsch mer bitte es Pflästerli?», fragte eine Dame, und natürlich hatte Marie-Christine Vetter eines. Sie ist gehört dem OK-Team mit Urs Amsler (Präsident), Sibylle Hausherr (Vize), Peter Buschor, Pascal Kläusler, Gabriela Thoutberger und Viktor Steinacher an.

Die Arbeit des OK-Teams begann bereits am 6. Januar mit der ersten Sitzung. Drei weitere Sitzungen folgten, bis im Mai 463 Kürbissetzlinge in 43 verschiedenen Sorten gepflanzt wurden. Am 3. November konnten die Schnitzer und Schnitzerinnen ihre Kürbisse abholen.

Bereits am Dienstagnachmittag legten die Schulkinder los, am nächsten Morgen beendeten sie ihre Kreationen. Ein paar Stunden später begann der Schnitznachmittag – ein Kommen und Gehen, ein Hin und Her, 50 bis 60 Leute schnitzen gleichzeitig und nebeneinander bis in die Abendstunden. Vor dem Magazin machten sich zwei Männer mit Stichsäge und Bohrmaschine über die Kürbisse her. Öffneten die Früchte, fertigten die Deckel und brachten Löcher an.

«Jeder Verein, der eine Beiz führt, hilft hier mit», berichtete Marie-Christine Vetter, während Präsident Amsler den Überblick zu halten versuchte und Sibylle Hausherr («Wir vom OK schnitzen die ganze Woche») an einem von 30 Kürbissen für fünf Säulen arbeitete.

Sieben Vereine machen an der Kürbisbeleuchtung mit. Zehn Prozent des Gewinns aus dem Beizenbetrieb steuern sie dem OK-Team bei, das damit Kürbissamen, Folien, mobile Toiletten und vieles mehr finanziert. Die Teilnehmer am Kürbisschnitzen sind in der Wahl ihrer Motive frei. Jeder macht, was er will und kann: Dekoratives, Ornamentales, Köpfe, Szenen ab Zeichnungen, mit Pausenpapier auf die Kürbisse übertragen. Es stecken viele Schritte hinter den fertigen Arbeiten. Aber auch: viel Freude, Spass am Zusammensein und Zusammenhalt. Fast das ganze Dorf macht mit. Nicht alle sind am Schnitznachmittag dabei. «Einige schnitzen daheim», so Sibylle Hausherr. Wohin die fertigen Kürbisse kommen, entscheiden die Schnitzer selber. Das OK-Team hilft lediglich beim Aufbau mit. Und freut sich, wenn es endlich losgeht.