Je 24 Stunden war das Verkehrsüberwachungssystem der Polizei Oberes Fricktal in den letzten Tagen an der Hinteren Bahnhofstrasse und an der Weihermattstrasse in Laufenburg im Einsatz, wie Polizeichef Werner Bertschi sagt. Das Resultat: In der Hinteren Bahnhofstrasse wurden 190 Missachtungen des Fahrverbots festgestellt, an der Weihermattstrasse 75. Die meisten Verkehrssünder sind wohl Personen, die versuchen, den Baustellen-Stau auf der Kantonsstrasse zu umfahren.

Genau diesen Schleichverkehr wollten die Laufenburger Behörden verhindern und erliessen für die Bauzeit Fahrverbote in den Quartieren südlich der Bahnlinie. Das Fahrverbot für Motorfahrzeuge an der Weihermattstrasse – sie führt an den Schrebergärten vorbei als Veloweg Richtung Rheinsulz – besteht allerdings schon lange.

Ergänzung zu Patrouillen

Pläne, die Sicherheit auf dem Veloweg zu erhöhen und die Strasse beispielsweise mit einem Poller für Autos zu sperren, gebe es bis anhin nicht, sagt der Laufenburger Gemeindeschreiber Marco Waser. Der Wunsch sei zwar schon an die Gemeinde herangetragen worden, doch die Kosten für ein temporäres Pollersystem würden für die kurze Einsatzzeit «höchstwahrscheinlich in keinem Verhältnis stehen», sagt er. Zumal die Durchfahrt für Anwohner und Zubringer technisch ermöglicht werden müsste. «Bei einer konsequenten Kontrolltätigkeit wird sich die Durchfahrt von Fahrzeugen automatisch reduzieren.» Auch Werner Bertschi verweist darauf, dass es Berechtigte gebe, die auf die Durchfahrt angewiesen seien. «Wenn sich die Fahrzeuglenker an die Signalisation halten würden, dann würde diese Problematik gar nicht bestehen.»

Nicht nur in Laufenburg werden jedoch Fahrverbote missachtet. Weitere Hotspots befinden sich laut Bertschi in Eiken an der Neumatt- und Stettenenstrasse, «wo der Stau umfahren wird, der bei der Einmündung in die Hauptstrasse entsteht». In Kaisten sei die Strasse «Im Obert» ein beliebter Schleichweg, um den allabendlichen Stau auf der Baslerstrasse zu umfahren. «In der Regel kontrollieren wir die Fahrverbote mit unseren Patrouillen», sagt Bertschi. Das Verkehrsüberwachungssystem komme nur in Laufenburg zum Einsatz. Nach den beiden 24-Stunden-Versuchen würden weitere Einsätze folgen, so Bertschi. Er betont: «Diese werden die Kontrollen durch unsere Patrouillen ergänzen und nicht ersetzen.»

Kamera bei der Rheinbrücke

Im unteren Fricktal gibt es ebenfalls Kontrollen mit Videokameras, um die Einhaltung von Fahrverboten zu überprüfen. So ist beispielsweise eine Kamera an der alten Rheinbrücke in Rheinfelden im Einsatz. Und auch der Langammelweg zwischen Wallbach und Zeiningen ist als Hotspot bekannt. Dort wird von Zeit zu Zeit eine mobile Kamera eingesetzt. Im letzten Jahr waren es bei einer Kontrolle innert zweier Wochen 219 fehlbare Lenker, wie Polizeichef Hansueli Loosli damals gegenüber der AZ sagte.