Laufenburg
Mit Gebäck im Gepäck fährt das Maier-Mobil durchs Fricktal

Die Bäckerei Maier beliefert mit Verkaufswagen das regionale Gewerbe. Damit alle Kunden zu ihren Leckereien kommen, geben alle Mitarbeiter schon am frühen Morgen vollen Einsatz.

Lucas Zeugin
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Das Beck-Mobil ist mit feinem Gebäck reich beladen und Michèle verkauft die Waren auf ihrer Tour durchs Fricktal.

Das Beck-Mobil ist mit feinem Gebäck reich beladen und Michèle verkauft die Waren auf ihrer Tour durchs Fricktal.

Lucas Zeugin

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...Haltestellen bedienen die 3 Beck-Mobile der Bäckerei Maier im Fricktal. Die Kundschaft besteht aus Vertretern des regionalen Gewerbes. In den Pausen am Morgen steht den Hungrigen ein breites Sortiment an Backwaren und Vielem mehr zur Auswahl.

Das einsatzbereite Beck-Mobil

Michèle Ammann wartet vor dem Transporter mit der Nummer 1. Für sie war Tagwache bereits um drei Uhr. Den weiten Weg von Neunkirch im Kanton Schaffhausen nimmt sie für ihren Job gerne auf sich und erklärt: «Ich fühle mich mit dem Fricktal nach wie vor sehr verbunden. Ich habe 25 Jahre hier in Laufenburg gelebt.»

Der Liebe wegen verliess sie vor sechs Jahren ihren ehemaligen Wohnort und zog ins Klettgau. Von Montag bis Freitag belädt sie jeweils das Beck-Mobil mit frischen Waren der Bäckerei Maier, bevor sie sich auf ihre Route begibt und das regionale Gewerbe mit Wurstweggen, Knuspergipfeli, Nussstangen und vielen Köstlichkeiten mehr versorgt.

Grossformatige Backstube

Mit einer Netzhaube auf dem Kopf geht’s in die grossräumige Backstube. Vor riesigen Öfen stehen fahrbare Regale mit frischgebackenen Broten, an langen Tischen formen weiss gekleidete Bäcker Teigrollen mit einer geschickten Handbewegung zu Brezeln, und zwei Konditorinnen verpassen Vermicelleschnitten den letzten Schliff. Die warme Luft ist mit wohlriechendem Backduft gesättigt.Die vorbereiteten Waren für das Beck-Mobil warten abholbereit in Kisten gestapelt.

Bevor das Sortiment wohlgeordnet auf der Verkaufsfläche im Innern des Transporters gestapelt werden kann, ist der Gang durch die Desinfektionsschleuse mit einer überdimensionierten Schuhbürste und anschliessendem Spülgang für die Hände in den Pausenraum zum Kaffeeautomaten frühmorgens quasi Pflicht. Mit Kraftstoff für den müden Geist versorgt, beginnt die Fahrt durch die leeren Strassen in Richtung Stein.

Frühmorgens auf Tour

«Die Tour hat eine lange Tradition und besteht seit rund 20 Jahren», erklärt Michèle Ammann. Der Service des Familienunternehmens ist im Fricktal einzigartig und somit konkurrenzlos.

Ersterer Halt: Besucherparkplatz DSM. Nach der Bedienung eines Schalters in der Führerkabine steigt die seitliche Klappe mit mechanischer Trägheit nach oben. Noch vor der vollständigen Öffnung kommt bereits der erste Kunde vorbei. «Einmal eine Zimtschnecke, bitte», heisst es nach der kurzen Grussformel und Michèle erfüllt ihm sofort den Wunsch nach dem Gebäck.

Menschen auf dem Nachhauseweg oder vor Antritt der Frühschicht schauen vorbei. «Salut Lorenz, Morgen Steffi.» Der freundliche Ton im leicht elsässisch angehauchten Dialekt entlockt vielen ein Lächeln. «Es ist einfach schön, wenn man die Kunden mit Namen ansprechen kann», meint sie und Michèle kennt praktisch alle namentlich.

Es ist kalt und Michèle nimmt die Gasheizung in Betrieb. Jemand bringt ihr wie jeden Morgen eine Zeitung vorbei und für einen Kunden legt sie noch vor dessen Erscheinen die tägliche Bestellung bereit.

Der Umgang ist herzlich, es werden Witze gemacht und die Regale leeren sich zügig. «Die DSM dient quasi als Vorbote. Wenn es hier gut läuft, wird die gesamte Tour ein Erfolg», erklärt sie und schaut auf die Uhr. Der Zeitplan ist straff, die Klappe schliesst sich, der Motor wird gestartet.

«Ich versuche, immer pünktlich zu sein, aber zu schnell fahre ich nie», kommentiert sie die Fahrt zum nächsten Zwischenstopp und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: «Wenn ich zu spät bin, warten die Leute ja immer brav auf mich.» Vor dem Bürogebäude der Erne AG in Stein erschallt die Hupe vom Beck-Mobil und sofort strömt Kundschaft aus der Eingangspforte.

Regionales Gewerbe als Kunden

Auf dem Weg nach Leibstadt muss sie im Café Maier in Laufenburg den telefonisch bestellten Nachschub abholen und verladen. Erste Sonnenstrahlen brechen durch den wolkenbehangenen Himmel. Es folgen weitere Stationen der Tour: Schwaderloch, Leibstadt, Rheinsulz und Laufenburg.

Egal, bei welchem Vertreter des regionalen Gewerbes Michèle haltmacht, jedes Mal wiederholt sich das gleiche Bild. Die Blicke hungriger Augen wandern zielgerichtet über das Sortiment, bis sie auf ihre Lieblingsware treffen und die Bestellung folgt. «Die Sandwichs laufen heute gar nicht gut», meint Michèle und wird an der nächsten Station prompt widerlegt.

Nach rund fünf Stunden Fahrt durch das obere Fricktal ist die Belieferung des regionalen Gewerbes mit Gebäck vorbei und kaum noch Waren vorhanden. Dem feinen Gebäck konnten die Kunden kaum widerstehen und sehnsüchtig erwarten sie die nächste Lieferung.

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