Festwochenende

Mit Fanfaren und Glockengeläut: So feierte Frick das 300-jährige Bestehen seiner Kirche

«300 Jahre Römisch-Katholische Kirche Frick»: Jung und Alt sowie Bischof Gmür feierten den Glauben und das Zusammensein im Licht mit einem grossen Festwochenende.

Zwei kreuzfidele, stets streitbare Gottesmänner, Peter und Paul, ein aus purer Lebensfreude etwas in Schieflage gekommener Kirchturm und das verbindende Thema «Mitenand Licht si & Hoffnig schänke» – eine schönere Symbolik für das Jubiläum «300 Jahre Römisch-Katholische Kirche Frick» hätte nicht gefunden werden können.

Höhepunkt und Abschluss war am Wochenende ein zweitägiges Fest, doch die gesamten Feierlichkeiten erstreckten sich bereits über die vergangenen beiden Jahre. Ebenso lange, wie damals der Bau der wunderschönen Barockkirche gedauert hat, von 1716 bis 1718.

Es war bereits der fünfte Bau am gleichen Platz. Das alte Gotteshaus war seinerzeit bedenklich baufällig geworden. Am 24. April 1718 war die Einweihung. Die künstlerische Ausgestaltung des Kircheninnenraumes entstand unter Anleitung des bekannten Tessiners Francesco Antonio Giorgiolo. Einheimische Tischlermeister schufen die Kirchenbänke und das Chorgestühl.

Geschenk der Kaiserin

Der prunkvolle, mit einer mächtigen Krone überdachte Hochaltar im Rokokostil soll ein Geschenk der Kaiserin Maria Theresia gewesen ein. Auch die Orgel ist ein Juwel mit aussergewöhnlichem Klang. Mit der Grundsteinlegung für das Labyrinth auf dem ehemaligen alten Friedhof am 1. Mai 2016, begannen die Jubiläumsanlässe.

Nach der Segnung im Gottesdienst trugen Kinder gravierte Randsteine dorthin. Unter die Startplatte kamen eine Zeitkapsel mit Dokumenten aus dem heutigen Pfarreileben sowie Glaubensbekenntnisse für nachfolgende Generationen zu liegen. Das herrlich gelegene Labyrinth steht für nicht immer gradlinig verlaufende Lebenswege zu Gott.

Aber von diesem Platz aus, kann man mit einem grandiosen Weitblick in die Natur auch innere Einkehr und Ruhe finden. So wie vor 300 Jahren der Kirchenneubau zum Teil in Fronarbeit erfolgte, so entstand auch das Labyrinth in Fronarbeit.

Viele weitere Anlässe folgten nach dem Start vor zwei Jahren: eine Pilgerreise nach Israel, Konzerte, Vorträge, eine Kirchennacht für Kinder, vor wenigen Tagen die Vernissage der Festschrift «300 Jahre Kirche Frick» mit vielen historischen Beiträgen und kreativen Berichten aus dem heutigen, sehr lebendigen Kirchenalltag.

«Die zweijährigen Vorbereitungen für das Jubiläum, unter der Leitung von OK-Präsident Rolf Hüsser, haben auf grossartige Weise viele Menschen in unserer Gemeinde mobilisiert, neue Ideen wurden eingebracht, das Miteinander und der Zusammenhalt gefestigt» freute sich rückblickend Pastoralassistent Ulrich Feger.

Grossartiges Festprogramm

Jubelnde Fanfaren der Turmbläser und Glockengeläut eröffneten am Samstag die Rampert-Chilbi. Von vier unterschiedlichen Stellen des Kirchenhügels aus schickten die Musikanten ihre Melodien in alle Himmelsrichtungen, weit hinaus ins Land. Für allerbeste Stimmung sorgten weitere Musikformationen aus Frick und Gipf-Oberfrick.

Unter Anleitung der Mädchen und Jungen von Jungwacht und Blauring hatten die Kinder jede Menge Gaudi beim Sackhüpfen, Ball werfen oder Kerzen ziehen. Rainer Benz zeigte ihnen, wie man Comics zeichnet. Die Damen des Pfarreirates luden am frühen Abend Kinder und Familien zu einer Gutenachtgeschichte, einem gemeinsamen Gebet und einem Bettmümpfeli ein. Im Festzelt sassen die Besucher bei feinem Essen beieinander. Das neue Labyrinth lud ein zu ein wenig Besinnlichkeit.

Mitreissende, lateinamerikanische Rhythmen bot am Abend die Gruppe «Colombianisimo» im Rampertsaal. Jung und Alt konnten dann im Meck bis in den Morgen tanzen im Rhythmus des modernen Elektroswing mit Alice Francis, besser bekannt auch unter dem Namen «Miss Flapperty».

Den Festgottesdienst am Vormittag zelebrierte der Basler Bischof Felix Gmür. In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte er das verbindende Jubiläumsmotto «Mitenand Licht si & Hoffnig schänke». Er wusste, dass es für alles Denken und Handeln einen direkten Ort braucht, an dem geteilt werden kann, an dem es Licht, Hoffnung, Gemeinsamkeit und Leben gibt. Und dieser Ort sei die Kirche.

Er ging ein auf die Situationen der Vergangenheit, auf eine drohende Spaltung damals, führte aus, dass selbst die beiden Hitzköpfe, die Schutzpatrone der Kirche Frick, Peter und Paul, stets wieder zur Einigkeit fanden. Gmür stellte die Frage nach Wahrheit, nach der Notwendigkeit für Veränderungen, auch in der Kirche, unterstrich die Wichtigkeit von Akzeptanz im Anderssein.

Pfarrer Thomas Sidler bedankte sich bei allen, die ihren Beitrag zum Gelingen dieses Jubiläums beigetragen haben. Musikalisch gestalteten der Kirchenchor und ein kleines Ad-hoc-Orchester den Festgottesdienst.

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