Bezirksgericht Rheinfelden

Mit Drogen im Blut 76 km/h zu schnell unterwegs – Töff-Raser verurteilt

Mit 161 km/h war der Töfffahrer mit einem stationären Lasermessgerät auf seinem Motorrad im August des letzten Jahres auf der Wegenstetterstrasse in Fahrtrichtung Schupfart gemessen worden. Symbolbild

Mit 161 km/h war der Töfffahrer mit einem stationären Lasermessgerät auf seinem Motorrad im August des letzten Jahres auf der Wegenstetterstrasse in Fahrtrichtung Schupfart gemessen worden. Symbolbild

Ein 33-Jähriger wird vom Bezirksgericht Rheinfelden wegen eines Raserdelikts zu 16 Monaten bedingt verurteilt. Sein Motorrad wird verwertet.

Ein sonniger Samstag, die leistungsstarke Suzuki und die lang gezogenen Kurven und Geraden des Wegenstettertals. Der Baselbieter konnte auf seinem Motorrad nicht widerstehen und drehte das Gas voll auf – mit fatalen Folgen.

«Es tut mir leid, ich entschuldige mich dafür», sagte der 33-Jährige am Mittwoch vor dem Bezirksgericht in Rheinfelden. «Wenn man Mist gebaut hat, dann muss man dafür gerade stehen», schob der Angeklagte nach.

Mit 161 km/h war er mit einem stationären Lasermessgerät auf seinem Motorrad im August des letzten Jahres auf der Wegenstetterstrasse in Fahrtrichtung Schupfart gemessen worden. Nach Abzug der Toleranz hatte er damit im Ausserortsbereich satte 76 km/h zu viel auf dem Tacho stehen.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm deswegen eine «besonders krasse Missachtung der Höchstgeschwindigkeit» vor. Dadurch sei er «das Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingegangen», so die Staatsanwaltschaft weiter.

Fahren in fahrunfähigem Zustand billigend in Kauf genommen

Der Straftat nicht genug, wies die Polizei dem Raser mit einem Schnelltest vor Ort den Konsum von Drogen nach. Die anschliessende Auswertung einer Blut- und Urinprobe führte zum Nachweis von THC und Benzoylecgonin – einem Abbauprodukt von Kokain – im Blut des Motorradfahrers. Gemäss Staatsanwaltschaft nahm er damit «das Fahren in fahrunfähigem Zustand billigend in Kauf».

Die Staatsanwaltschaft forderte für die strafbaren Handlungen eine bedingte Freiheitsstrafe von 16 Monaten, eine bedingte Geldstrafe zu 30 Tagessätzen à 140 Franken sowie eine Busse in Höhe von 1200 Franken. Weil sich der Beschuldigte geständig zeigte und er einem Erledigungsvorschlag der Staatsanwaltschaft zustimmte, hielt das Bezirksgericht den Prozess in einem abgekürzten Verfahren ab – ohne umfassende Beweisführung.

Dementsprechend knapp fiel auch das Plädoyer des Verteidigers aus. «Er wollte einfach mal schauen, wie schnell der Töff läuft», so der Verteidiger zum Motiv seines Mandanten. Und: «Der Beschuldigte war mit der Strecke vertraut.» Doch auch er hielt schlussendlich das geforderte Strafmass der Staatsanwaltschaft für angemessen.

Führerausweis ist noch ­mindestens ein Jahr weg

Nach rund einer halben Stunde fällte das Bezirksgericht unter Vorsitz von ­Gerichtspräsidentin Regula Lützelschwab das Urteil. In diesem kam es den Forderungen der Staatsanwaltschaft vollumfänglich nach. Bestandteil des Urteils war auch, dass das Motorrad des Angeklagten beschlagnahmt bleibt und verwertet wird.

Beantragen kann der Beschuldigte seinen Führerausweis erst wieder in rund einem Jahr.

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