Rheinfelden
Mit der Spielküche fing alles an: Jungköchin greift nach «Lehrling des Jahres»

Die 16-jährige Jungköchin Vivianne Schaub greift nach dem Titel «Lehrling des Jahres 2015» der Nordwestschweiz. Sie gehört zu den zehn Finalistinnen. Ihre Vision: Später will sie einmal ein eigenes Restaurant führen.

Dennis Kalt
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Kochen ist ihre Leidenschaft: Vivianne Schaub führt die Klinge auf dem Posten des Entremetiers professionell.

Kochen ist ihre Leidenschaft: Vivianne Schaub führt die Klinge auf dem Posten des Entremetiers professionell.

Dennis Kalt

«Lehrling des Jahres» der Nordwestschweiz – nichts Geringeres hat sich die erst 16-jährige in Rheinfelden beheimatete Köchin Vivianne Schaub auf ihre Fahne geschrieben. Damit ist sie unter den zehn Finalisten, die um den mit 2015 Franken dotierten Preis konkurrieren, die Jüngste.

Ihre Passion für die Kulinarik hat sie bereits im Kindesalter entdeckt: «Ich habe im Kindergarten schon zu meiner Mutter gesagt, dass ich Köchin werden will.» So verbrachte sie zuerst viel Zeit am Herd ihrer Spielküche, bevor sie im Alter von sechs Jahren an der Seite ihrer Mutter am echten Herd stand und sie seitdem in der heimischen Küche tatkräftig unterstützte. «Mittlerweile koche ich aber schon etwas besser als meine Mutter», sagt die Auszubildende mit einem breiten Grinsen und ergänzt: «Ich liebe es, aus einfachen Nahrungsmitteln etwas Kreatives zu zaubern.»

Wenig verwunderlich war deshalb, dass sie direkt nach dem Abschluss ihrer Realschule in Rheinfelden im Alter von 15 Jahren eine Lehre zur Köchin in der Psychiatrie Baselland antrat. Dort geht es mit Volldampf zur Sache. Täglich werden rund 1000 Mahlzeiten für hungrige Mägen von Patienten, Personal und Besuchern zubereitet. «Da kann es manchmal ganz schön hektisch werden», schildert die passionierte Jungköchin. Insgesamt bereitet ihr die Ausbildung jedoch grosse Freude: «Man lernt jeden Tag dazu.» So wechselt sie im Dreimonatstakt zwischen den Posten Entremetier, Saucier und Gardemanger – schnippelt Gemüse, setzt Saucen an, garniert Speisen.

Stolzer Lehrmeister

Lobende Worte hat der stellvertretende Küchenchef, Andreas Burch, für die ambitionierte angehende Köchin parat: «Vivianne ist sehr innovativ, motiviert und zeigt grosse Selbstinitiative.» Eher spontan ist dann entschieden worden, die 16-Jährige für die Konkurrenz «Lehrling des Jahres 2015» der Nordwestschweiz anzumelden: «Mein Chef hat mir einen Zettel des Wettbewerbs in die Hand gedrückt. Ich habe dann mit ihm eine sehr schöne Bewerbungsmappe erstellt und mich damit für das Finale qualifiziert.»

Der erste Wettbewerbstag, an dem die Finalisten ihre Fähigkeiten in verschiedenen Prüfungen bewiesen, fand am 28. Oktober statt. Hier wurden die Teilnehmer beispielsweise in den Kategorien Allgemeinbildung, Geschicklichkeit und Teamfähigkeit getestet. «Wie ich dabei abgeschnitten habe, kann ich nicht sagen», meint Schaub. Ein glücklicher Zufall für die Jungköchin war die Aufgabe zur Teamfähigkeit: Mit 200 Franken musste ein Fünferteam ein Menü planen, einkaufen und dieses zubereiten. «Das war für mich super! Diese Aufgabe hat mir natürlich voll in die Karten gespielt.»

Vision: ein eigenes Restaurant

Zwischen dem 23. und 30. November wird ein Clip aller Finalisten im Internet zu sehen sein, in dem die Kontrahenten um die Stimmen der Öffentlichkeit buhlen. Zum Videodreh war Telebasel vor Ort und hat der Auszubildenden beim Küchenhandwerk über die Schulter geschaut. «Da war ich sehr nervös und hätte mich am liebsten hinterm Herd versteckt, als ich die Kamera gesehen habe», gesteht sie ein wenig verlegen. Am 2. Dezember findet die Preisverleihung statt, an der sich die Auszubildenden einer letzten Überraschungsprüfung stellen müssen. «Ich glaube, Vivianne hat gute Chancen, den Wettbewerb zu gewinnen», gibt sich Lehrmeister Burch zuversichtlich.

Wie es nach der Ausbildung weitergeht, lässt Schaub noch offen: «Vielleicht werde ich in eine Restaurantküche wechseln oder eine Ausbildung als Confiseurin dranhängen, weil ich sehr gerne backe und Süssspeisen zubereite.» Als Vision gibt sie an, eines Tages ein eigenes Restaurant zu führen. Auf die Frage, ob sie sich irgendwann mal einen Stern erkocht, antwortet sie vergnügt: «Das wäre wohl der Idealfall.»

Der Wettbewerb

«Lehrling des Jahres» wurde 2009 ins Leben gerufen. Dadurch soll die berufliche Grundausbildung einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht sowie das Image der Berufslehre gesteigert werden. Zudem bietet das Projekt eine Plattform für leistungsstarke und engagierte Lernende und deren Ausbildungsbetriebe. Jedes Jahr gehen rund 80 Bewerbungen ein, von denen die besten 10 zum Finale eingeladen werden. Die Auszubildenden messen sich dabei in den Kategorien «Bildung und Wissen», «Berufung und Leidenschaft», «Hand und Kopf», «News und Nerven», «Strategie und Kniff», «Mensch und Umwelt», «Prävention und Sicherheit» sowie «Sozial und Kompetenz». Zusätzlich stellen sich die Auszubildenden und ihr Handwerk in einem Clip vor, für den man online vom 23. bis 30 November auf http://www.lehrlingdesjahres.ch stimmen kann. Am Tag der Preisverleihung, Mittwoch, 2. Dezember, Congress Center Basel, findet eine letzte und unbekannte Prüfung statt. Die drei Erstplatzierten erhalten Geldpreise im Wert von 2015, 1000 sowie 500 Franken. (dka)

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