In rund eineinhalb Wochen schwingen rund 60 Werfer und Werferinnen in Zeiningen ihre rasiermesserscharfen Klingen durch die Luft. Am Samstag, 22. September, organisiert der Verein Doppelaxtwerfer Zeiningen die alljährlich stattfindende Schweizer Meisterschaft im Doppelaxtwerfen – dies, nachdem der Verein aus Zeiningen erst vor gut zwei Jahren gegründet wurde. Austragungsort ist das gemietete Blockhaus am Ortsrand. Dort werden die Wurfscheiben für die Wettkämpfe und Trainingsscheiben aufgestellt.

Ab 10 Uhr werden der Schweizer Vereine Axe Throwing Club Ticino, der Zentralschweizer Wurfaxtverein, Sunnan Vindr, Axe Throwing Club Riviera, die Doppelaxtwerfer Zeiningen und einige der Clans der Highland Games Wallbach gegeneinander an, um den Schweizer Meister und die Schweizer Meisterin im Doppelaxtwerfen 2018 zu ermitteln.

Auch am Dorffest flog die Axt

Beim Dorffest zum Jubiläum von «800 Jahre Zeiningen» konnten sich Besucher im Doppelaxtwerfen versuchen. An den drei Festtagen wurden Tagessieger ermittelt, die ebenfalls bei der Meisterschaft mitmachen können. Sie sind als Preisträger automatisch für die erste Finalrunde qualifiziert.

Der Organisator freut sich darauf, dass am offenen Teamwettbewerb eine Delegation aus Schweden teilnehmen wird, wo dieser Sport sehr viel stärker als in der Schweiz und auf dem übrigen europäischen Kontinent verbreitet ist. In Schweden findet im nächsten Jahr auch die Weltmeisterschaft statt. Mit einem Team aus Deutschland hat sich ein weiterer internationaler Teilnehmer für den Wettkampf in Zeiningen angemeldet.

Beidhändiger Wurf

Die Doppeläxte, die an den Schweizer Meisterschaften geworfen werden, sind mindestens 61 Zentimeter lang und wiegen rund zwei Kilogramm. Beim Wurf sind beide Hände am Stiel. Mit beiden Händen holen die Werfer hinter dem Rücken aus und schwingen die Axt nach oben und lassen sie über dem Kopf los. Aufgrund ihrer Abmessungen und dem Gewicht dreht sich die Doppelaxt nur einmal in der Luft, bevor sie ihr Ziel erreicht. Die Axt schlägt dann – im Idealfall – mit der beim Abwurf vorderen Seite in das Holz ein.

Ähnlich wie beim Bogenschiessen oder Darts ist es das Ziel, dass die Axt möglichst in der Mitte der Scheibe stecken bleibt. Im Zentrum der Scheibe befindet sich ein Kreis mit einem Durchmesser von fünf Zentimetern. Wird dieser getroffen, erhält der Werfer fünf Punkte. Um das Zentrum herum, befinden sich nach aussen hin vier weitere Kreise, für die der Werfer bei einem Treffer vier, drei, zwei oder einen Punkt erhält. In der Regel hat ein kompletter Durchgang 36 Würfe. Der Werfer mit der höchsten Punktzahl gewinnt.

Da es sich bei den Wurfgeräten um Waffen handelt, wird beim Wettkampf auf die Sicherheit viel Wert gelegt. Dazu gehören eine markierte Gefahrenzone, die nicht betreten werden darf und der Ausschluss von Teilnehmern, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen. (az)