Würste, Weggli, Süssigkeiten – zum Abschied der Fasnacht gab es für die Kinder in Kaisten und Laufenburg mit dem traditionellen Narrenlaufen feine Gaben. Ab 14.30 Uhr schallte es im Chor durch die Laufenburger Altstadtgassen «hoorig, hoorig isch di Chatz, und wenn die Chatz nid hoorig isch, so frisst sie keine Mäuse mehr» oder «Narro chryydewiss het d’Chappe voller Lüüs». Je lauter die Kinder die Fasnachtsverse schrien, desto reicher wurden sie von den Narronen der Altfischerzunft beschenkt. Die mitgebrachten Tüten und Körbe füllten sich schnell mit den begehrten Waren. Und was nicht in den Taschen verschwand, wurde flugs in den Mund gesteckt.

Ursprung im Mittelalter

Die Narronen, welche die Verse vorsagten, liefen dabei in ihrem Plätzchenkleid rückwärts durch die Gassen. Bereits seit dem Mittelalter ist dieser Brauch in Laufenburg Tradition und hat laut Historikern seinen Ursprung in der Unterstützung von Witwen und Waisen von verunfallten Fischern und Flössern. Tatsächlich beschenken die Narronen im Bezirkshauptort nicht nur das Fasnachtsvolk in den Gassen, sondern verteilen auch im Alters- und Pflegeheim ihre Gaben.

200 Würste wurden verteilt

In Kaisten stellte die Fasnachtsgesellschaft Chaischter Haldejoggeli die Geduld der verkleideten Kinder auf die Probe. Sie mussten vor dem Gemeindehaus warten, weil die Kaister Narren mit dem Gabenwagen und lauter Tschättermusik zunächst einen Abstecher durch die Dorfstrasse machten. Am Gemeindehaus angekommen, stellten sich die Kinder in zwei Reihen auf. Der dazwischenliegende Korridor war gerade breit genug, damit die Kaister Narren ihre Gaben verteilen konnten. Insgesamt wurden 40 Kilogramm Süsses, 70 Kilogramm Orangen sowie 200 Würste und Weggli ausgegeben. Was nicht gleich vor Ort verzehrt wurde, wanderte in die mitgebrachten Plastiktüten und Stoffsäcke.

Die Laufenburger holen den Salm an Land.

Die Laufenburger holen den Salm an Land (23. Februar 2017)

Mit dem Verbannungsball des Haldenjoggeligeistes ging die Kaister Fasnacht gestern Abend auch für die Erwachsenen zu Ende. In Laufenburg geht die närrische Zeit mit der Verbrennung am heutigen Abend zu Ende.