Bözen
Mit dem Hornschlitten Rudy zum letzten Mal nach Alt St. Johann

Das Hornschlittenteam Bözen 1 hat seine erste Papierkonstruktion präsentiert. Die einzigen Unterländer wollen mit Dinosaurier Rudy im Toggenburg nochmals alles geben - bevor sie als erste Schweizer an einem Rennen in Österreich teilnehmen.

Claudia Meier
Drucken
Teilen
Hornschlittenfahrer aus Bözen wollen nach Österreich
8 Bilder
Ohne Fangemeinde und Sponsoren läuft nichts
Schlussmontage bei Rudy
Rudy ist die erste Papierkonstruktion
Andy Schär bedient Rudys Kopf
Rudy hat 40 Zähne und ein Halszäpfli
Rudy muss noch zwei Wochen in die Garage
Die Titanic stand letztes Jahr im Einsatz

Hornschlittenfahrer aus Bözen wollen nach Österreich

Claudia Meier

«Dieses Mal wird es für uns besonders schwierig sein, in die ersten fünf Ränge zu fahren», sagte Teamchef Rolf Liechti am Samstagnachmittag nach der Schlittenpräsentation in Bözen. Da das grösste Hornschlittenrennen der Schweiz am 16. Februar zum letzten Mal in Alt St. Johann durchgeführt wird, ist mit einer Rekordbeteiligung zu rechnen.

Das einzige Unterländer-Team wird gleich mit zwei Schlitten in der Kategorie der Originellen an den Start gehen und nochmals so richtig Gas geben. So entstand an 15 Samstagen und nach gut 300 Arbeitsstunden eine weitere Ice-Age-Figur: Dinosaurier Rudy. Es ist die erste Papierkonstruktion des Fricktaler-Teams, das bereits zum siebten Mal am Rennen im Toggenburg teilnimmt.

Erstmals Frauen dabei

Erstmals wird eine Frau auf dem Rücken des Dinosauriers mitfahren. Als zweiten Schlitten werden die Bözer den Mammut-Schlitten aus dem Jahr 2011 einsetzen - ebenfalls mit zwei Frauen auf dem Rücken. In dieser Kategorie zählen folgende zwei Kriterien: die Präsentation der Originellen sowie die „heile" Zieleinfahrt nach 1080 Metern und einer Höhendifferenz von 125 Metern.

Die Fricktaler dürfen auf eine treue Fangemeinde zählen und haben sich in den letzten Jahren dank mehreren Podestplätzen in die Herzen der Toggenburger gefahren. „Wir sind gut akzeptiert. Man kennt uns dort oben", sagte Rolf Liechti. Mit dem spektakulären Doppel-Schlitten Titanic aus dem vergangenen Jahr zieren die Unterländer zum Abschluss sogar den Veranstaltungsflyer und den Festführer in Alt St. Johann.

Einachser-Rennen im Schnee

Simon Schlumpf, Chef Festwirtschaft Start, reiste für die Präsentation extra aus der Ostschweiz nach Bözen und erklärte, warum das Rennen nach 25 Jahren zum letzten Mal stattfindet: „Der Hornschlitten-Club Alt St. Johann hat nur noch etwa 15 Mitglieder, darunter 9 Gründungsmitglieder. In den letzten Jahren wurden es immer weniger. Jetzt ist die Luft langsam draussen." Der Verein überlege sich nun, mit dem Vermögen einen kleineren Anlass zu organisieren: „Vielleicht veranstalten wir mal ein Einachser-Rennen im Schnee."

Als erste Schweizer nach Österreich

Als besondere Sensation verkündete Teamchef Rolf Liechti, dass die Bözer als erste Schweizer am 3. März am Hornschlittenrennen „Stroh Juchhee" im österreichischen Zillertal an den Start gehen können. „Wir werden mit dem Mammut starten. Statt Startgeld zu bezahlen, bekommen wir sogar eine Startprämie", berichtete Liechti begeistert.

Weitere Informationen hier

Aktuelle Nachrichten