Fricktaler Schwimmbäder
Mit dem Burkini ins Wasser? «Wir sehen null Handlungsbedarf»

In einigen Fricktaler Schwimmbädern sind auch Frauen in Burkinis auf Besuch. Ein Problem ist das weder für die Badbetreiber noch für die anderen Badigäste.

Nadine Böni
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Burkinis sind in Fricktaler Schwimmbädern erlaubt, aber selten. Symbolbild/Key

Burkinis sind in Fricktaler Schwimmbädern erlaubt, aber selten. Symbolbild/Key

KEYSTONE

Das Basler Frauenbad Eglisee verbietet seit dieser Saison das Baden im Burkini. Die Schwimmanzüge für Frauen werden von Muslimas gerne genutzt, weil sie die Anforderungen des Hidschab – also der Verhüllung – erfüllen. Ausser Füssen, Händen und Gesicht ist der ganze Körper der Trägerin bedeckt.

Auch in Fricktaler Schwimmbädern baden Frauen im Burkini – wenn auch nur vereinzelt und nicht überall. Das zeigt eine Umfrage der az. Die Schwimmbäder in Laufenburg, Wölflinswil und Magden hat noch nie eine Frau im Burkini besucht.

Anfrage für eine Badi-Miete

In Frick gab es vor einigen Monaten eine Anfrage, ob das Schwimmbad privat gemietet werden könnte. Verbunden mit der Miete war die Bedingung, dass das Areal für diese Zeit nur von Frauen benutzt werden dürfte. «Diesen Wunsch konnten wir nicht erfüllen, alleine schon, weil aktuell alle Bademeister Männer sind», sagt Paul Gürtler, Geschäftsführer des Vitamare.

Die Burkinis selber hingegen wären im Fricker Schwimmbad kein Hindernis. Dort ist zwar das Tragen der Alltagskleidung beim Baden aus hygienischen Gründen verboten. «Burkinis sind jedoch handelsübliche Badekleider und daher erlaubt», sagt Gürtler.

Ab und zu komme eine muslimische Schülerin mit ihrer Klasse ins Schwimmbad und trage während des Unterrichts einen Burkini. «Wie ich das mitbekomme, ist das weder für die Klassenkameraden noch für die anderen Badegäste ein Problem», sagt Gürtler.

Keine Reaktion von Gästen

Ähnlich tönt es in Möhlin. Dort besuchen seit einer Weile regelmässig ein paar Muslimas das Schwimmbad mit ihren Kindern. Vor ihrem ersten Besuch haben sie sich bei den Bademeistern bezüglich der Regelung Burkini erkundigt – und die Erlaubnis erhalten, diese zu tragen. «Die anderen Badegäste reagieren gar nicht darauf», sagt Peter Meyer, Sektionsleiter Aussendienste in Möhlin.

«Die Tendenz geht sowieso hin zu mehr Bekleidung beim Schwimmen», so Meyer. So würden gerade ältere Leute und Kinder oftmals auch im Wasser Bade-Shirts oder gar Ganzkörperanzüge tragen, um sich vor den UV-Strahlen zu schützen.

Diese Kleider sind – wie auch die Burkinis – aus einem speziellen Stoff für Bademode gefertigt. «Deshalb ist ein Tragen im Wasser auch aus technischer Sicht kein Problem. Die Fasern von Alltagskleidern hingegen könnten die Filter verstopfen», sagt Meyer. «Insgesamt sehen wir in Sachen Burkini null Handlungsbedarf.»