Zeiningen

Misstöne rund ums Klassenmusizieren

Der Gemeinderat will, dass die Zeininger Schüler weiterspielen, er kürzt aber den Beitrag ans Klassenmusizieren. nbo/archiv

Der Gemeinderat will, dass die Zeininger Schüler weiterspielen, er kürzt aber den Beitrag ans Klassenmusizieren. nbo/archiv

Der Gemeinderat von Zeiningen will, dass die Zeininger Schüler weiterspielen, er kürzt aber den Betrag ans Klassenmusizieren. Der Schulleiter hält dies nicht für möglich.

Das Transparent war bunt und eindeutig. «Wir wollen weiterspielen!», forderten die Fünft- und Sechstklässler in Zeiningen im September vom Gemeinderat.

Den Protest untermalten sie mit Klarinetten-, Trompeten- und Saxofonklängen. Die Schüler, ihr Lehrer und auch die Schulleitung befürchteten, dass das Klassenmusizieren, ein Projekt, in dem sämtliche Schüler von zwei Klassen ein Blasinstrument erlernen, Sparmassnahmen des Gemeinderats zum Opfer fallen könnte.

10 000 Franken pro Schuljahr

Nun liegt das Budget des Gemeinderats vor. Und es zeigt sich, dass der Betrag für das Klassenmusizieren deutlich tiefer ist, als noch im laufenden. Waren für 2014 noch 18 000 Franken budgetiert, sind fürs kommende Jahr noch 4800 Franken eingestellt. Dennoch sagt Gemeindepräsidentin Sabin Nussbaum: «Das Klassenmusizieren kann weitergeführt werden. Wir haben exakt den Betrag eingesetzt, der von den Verantwortlichen beantragt wurde.» Die Differenz bei den Beträgen erklärt sie wie folgt: Bis Ende des Schuljahrs 14/15 ist das Projekt finanziert und der Betrag bereits überwiesen. Die 4800 Franken sind für das halbe Jahr von August bis Dezember 2015. Für das Jahr 2016 werden dann 10 000 Franken budgetiert.

«Ja, es stimmt, wir haben den Betrag auf 10 000 Franken pro Schuljahr gedeckelt», so die Gemeindepräsidentin, «da die meisten Anschaffungen bereits in den vergangenen Jahren getätigt wurden, ist dies vertretbar.» Sollten die Verantwortlichen, der Verein Klassenmusizieren, mehr Geld benötigen, stehe es ihnen frei, Sponsoren zu suchen. «Diese Möglichkeit ist schon seit dem Beginn des Projektes vorgesehen.»

Laut Schulleiter Balz Wiederkehr braucht es mindestens 12 500 Franken pro Schuljahr fürs Klassenmusizieren. «Ansonsten können wir das Projekt nicht weiterführen.» Sponsoren für ein promotionsrelevantes Fach zu suchen, ist für ihn der falsche Weg.

Sabin Nussbaum betont zudem, dass der Gemeinderat nicht nur im Bereich Schule Einsparungen vornehmen musste. «Wir haben in allen Ressorts gekürzt. Die finanzielle Situation der Gemeinde erfordert dies.»

Schulleiter Balz Wiederkehr ist mit dem Vorgehen des Gemeinderats gleichwohl nicht einverstanden. Er fordert, dass Schulpflege und Schulleitung Kürzungen am Schulbudget vornehmen müssten. Dementsprechend hätten Schulpflege und Schulleitung auch alternative Kürzungsvorschläge eingereicht, allerdings ohne Antwort zu erhalten, sagte Wiederkehr am Montag.

Gemeindepräsidentin kontert

«Herr Wiederkehr wird die Antwort fristgerecht erhalten», betont Sabin Nussbaum, «es war vereinbart, dass der Gemeinderat bis zum Dienstag,
25. November, antwortet.»

Änderungen im Budget, wie sie Schulleitung und Schulpflege gefordert haben, wird es allerdings nicht mehr geben. «Das ist innerhalb der Aktenauflagefrist vor der Gemeindeversammlung gar nicht mehr möglich», so Sabin Nussbaum. Der Gemeinderat sei aber während des Jahres «offen für Dringendes», Anträge für Anschaffungen könnten also immer gestellt werden. Wiederkehr bestätigte am Dienstagabend, dass eine Antwort bei ihm eingetroffen sei. Der Gemeinderat fordere ihn zu bilateralen Gesprächen mit dem Ressortchef auf.

Die Gemeindepräsidentin widerspricht auch Wiederkehrs Darstellung, die Streichungen seien ohne Rücksprache vorgenommen worden. «An der ersten Budgetsitzung hat der Gemeinderat Korrekturen angebracht. Diese wurden dem Schulleiter mündlich mitgeteilt», so Sabin Nussbaum. Und weiter: «Auf Anregung der Schulleitung wurde an der zweiten Budgetsitzung nochmals über ein paar Anliegen diskutiert.»

Balz Wiederkehr seinerseits bestätigt zwar eine Auskunft erhalten zu haben, aber kein Gespräch mit der Gemeindepräsidentin geführt zu haben. «Diese ist aber erst auf meine Nachfrage hin erteilt worden.» Sabin Nussbaum habe ihm nur gesagt, bei welchen Posten es Kürzungen gebe, allerdings ohne Beträge zu nennen. «Das verstehe ich nicht unter Dialog», so Wiederkehr.

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