Eiken

Minipolizisten sorgen für Sicherheit auf dem Schulweg

Paula (links), Tizian und Samanta (rechts) kontrollieren Führerausweise und Fahrzeugpapiere.

Paula (links), Tizian und Samanta (rechts) kontrollieren Führerausweise und Fahrzeugpapiere.

Erstklässler erziehen Erwachsene in Sachen Verkehrsverhalten: «Halt bevor’s knallt» ist die Devise. Die Polizei ist trotzdem vor Ort - und wirft ein Auge auf die jungen «Verkehrsleiter».

Im Rahmen der neuen TCS Kampagne, «Halt bevor’s knallt», kontrollierten gestern Dienstag sechs Erstklässler der Schule Eiken Führerscheine und Fahrzeugpapiere ganz wie richtige Polizisten. War alles in Ordnung, erklärten die Mini-Gesetzeshüter unter Anleitung von Markus Erni, stellvertretender Chef der Regionalpolizei oberes Fricktal und Leiter für Verkehrserziehung, den Fahrzeuglenkern, dass sie am Fussgängerstreifen immer ganz anhalten müssen, wenn Kinder und Erwachsene über die Strasse wollen. Im Verkehrsunterricht mit der Polizei lernen die Kinder, dass sie die Strasse erst überqueren sollen, wenn die Räder am Fahrzeug still stehen. «Das hat einen guten Grund», erklärt Erni, «Kinder können Distanzen und Geschwindigkeiten nicht richtig abschätzen».

Die Kinder selber hatten an ihrer Aufgabe riesen Spass und wünschten sich nichts mehr, als einen grossen Lastwagen kontrollieren zu dürfen. Den Wunsch konnte Markus Erni natürlich nicht ausschlagen. Ehe man sich versah, sassen die Kids schon im nächsten Cockpit.

Playmobil sorgt für Emotionen

Seit dem 9. August fordert ein Playmobil-Schülerlotse landesweit die Autolenker zum Anhalten auf. Der Touring Club Schweiz (TCS) lancierte die Kampagne in Partnerschaft mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) und der Polizei. Das Spielzeugsujet soll auf das kindliche Umfeld aufmerksam machen und emotional ansprechen, «schliesslich waren wir alle mal ein Kind», ergänz Erni. Die Polizei oberes Fricktal führt jedes Jahr gemeinsam mit den Erstklässlern im Rahmen der TCS-Kampagne eine solche Sensibilisierungs-Aktion durch. «Wir sind damit sehr erfolgreich», so Erni.

Die Polizei bekommt ein Gesicht

Auch wenn die Schulung bei dieser Aktion für ein Mal verkehrt herum durchgeführt wird, ist Schulleiterin Angela Diesner begeistert vom Engagement der Polizei Oberes Fricktal. «Die Zusammenarbeit funktioniert einwandfrei und wir sind froh um die Verkehrsschulung durch die Polizisten». Selber dürfen die Lehrer keine Verkehrserziehung durchführen. «Da geht es uns nicht nur um die Sicherheit der Kinder und Automobilisten, sondern auch der Lehrer. Sollte etwas passiert, wäre das eine heikle Rechtslage für alle Betroffenen», erklärt Erni.

Die Verkehrserziehung bleibt Aufgabe der Polizei und «deshalb stehen heute all unserer Leute auf der Matte». Als Nebeneffekt der Verkehrserziehung lernen die Kleinen bereits im Kindergarten, wer die Polizisten sind. «Sie haben weniger Angst vor uns, weil wir Sie bis zur Veloprüfung immer wieder durch den Verkehr begleiten.» Man erhofft sich dadurch, dass die künftigen Teenager auch im schwierigen Alter keine Angst vor der Polizei haben, sondern mit sich reden lassen. «Gegenseitiger Respekt macht die Arbeit um ein Vielfaches leichter», weiss Erni aus Erfahrung.

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