Wildtiere

Millionen von Franken für neue Wildtierkorridore

Eine Gämse ueberquert unmittelbar hinter einem Personenwagen eine Strasse - mit den Korridore wird das Revier der Wildtiere vergrössert.

Eine Gämse ueberquert unmittelbar hinter einem Personenwagen eine Strasse - mit den Korridore wird das Revier der Wildtiere vergrössert.

Der Mensch nimmt den Wildtieren die Bewegungsfreiheit. Jetzt sollen die alten Verbindungen wiederhergestellt werden – mit Wildtierkorridoren für Millionen von Franken. Auch im Bereich Zeiningen-Wallbach-Möhlin soll einer kommen.

Vertreter des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt stellten die Pläne am Donnerstag in Zeiningen vor. Eingeladen waren Landwirte, Grundeigentümer, Vertreter von Gemeinden, Forstbetrieben, Jagdgesellschaften und Naturschutzvereinen. Allen voran warb Regierungsrat Peter C. Beyeler für die geplanten Massnahmen. Vor dem Hintergrund wachsender Bevölkerungszahlen und zunehmender Zerschneidung der Landschaft durch Strassen und anderer Verkehrswege werde es für das Wild im Kanton immer enger.

Thomas Gremminger, Sektion Natur und Landschaft, und Dominik Thiel, Sektion Jagd und Fischerei, erläuterten die Details. Demnach müssen vor allem die A3 und die Bahnlinie fürs Wild passierbar gemacht werden - jeweils mittels einer Grünbrücke. Ziel sei es, die Passage zwischen den Wäldern oberhalb von Zeiningen und denen von Wallbach zu ermöglichen. «Grünbrücken in bereits verwirklichten Wildtierkorridoren zeigen, dass diese sehr gut angenommen werden», sagte Gremminger.

15 Millionen für neue Korridore

Doch erst nach einer entsprechenden Frage aus dem Publikum kamen beide auf die Kosten zu sprechen. Gremminger sprach von rund 15 Millionen Franken. Wobei die Grünbrücke an der A3 der Bund zu zahlen habe. Und die Überquerung der Bahnlinie sei in erster Linie Sache der SBB. Wobei es ohnehin noch nicht sicher sei, ob es einer zweiten Grünbrücke über die Gleise überhaupt bedarf. Da die Züge nicht pausenlos verkehrten, sei die Trasse für Tiere womöglich auch so passierbar.

In der Diskussion versuchten die Kantonsvertreter Bedenken zu zerstreuen. Abgesehen von den grossen Bauwerken seien in weiten Teilen des Korridors keine weiteren Massnahmen geplant, hiess es. Es gebe für die Bauern darin so gut wie keine Beschränkungen in Produktion und Anbau. Die Einbussen wertvollen Ackerlandes sind Gremminger zufolge auch gering. Jäger brauchten sich nicht umzustellen. Und wenn der Mensch in Wald und Flur auf den Wegen bleibe, könne auch er in einem Wildkorridor die Natur weiter zur Erholung nutzen.

Frage der Verhältnismässigkeit

Die Diskussion drehte sich vor allem um die Frage der Verhältnismässigkeit. Lohnt sich der Millionenaufwand? Was ist der Nutzen? «Messbar ist der Nutzen der Massnahmen so nicht», räumte Beyeler ein. Fakt ist laut Thiel aber schon jetzt, dass sich Wildbestände zunehmend isolieren. Unterbleibe der Austausch zwischen den Populationen, komme es zu Inzucht, zu genetischer Verarmung und damit zur Gefährdung von Tierbeständen.

Noch ist das Projekt Wildtierkorridor Zeiningen-Wallbach-Möhlin vage. Die Veranstaltung am Donnerstag war nur eine erste Orientierung. Die Realisierung ist für die Jahre 2016 bis 2018 vorgesehen. Davor liegen Projektierung, Kreditanträge und die öffentliche Auflage. Regierungsrat Beyeler sagte, dass er hoffe, die Einwände dagegen halten sich in Grenzen.

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