Kaiseraugst
Millimeterarbeit: Hier werden 90 Tonnen spektakulär ins Ziel gebracht

Das letzte Element der Brücke über die A3 wurde erfolgreich verlegt. Nun sind Sagerweg und Leinerthaldenweg in Kaiseraugst verbunden. «Wir hatten grosses Glück mit den Windverhältnissen. Petrus hat uns in die Karten gespielt», sagt Reinhard Steinke.

Dennis Kalt
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«Die Schwenkabläufe des Krans wurden mit der Bauleitung und dem Kranführer wie in einem Drehbuch verfasst», sagt Reinhard Steinke, Projektleiter bei der Erne AG.

Ein Krimi ist es jedoch nicht. Bereits um 0.15 Uhr – fünf Minuten vor dem Zeitplan – wird der 90-Tonnen Koloss aus Beton und Stahl millimetergenau auf die Auflagebänke der Brückenrampen verlegt.

Für Kranführer Christian Gerber von der Toggenburger AG ist alles nur Routine: «Es ist nicht mein erstes Projekt dieser Art. Wichtig ist, dass man sich auf die Instruktionen der Funker verlassen kann», weiss er.

Weil das 40 Meter lange und 5,5 Meter breite Brückenelement zu gross für den Tieflader war, wurde es in zwei Teilen zum Sagerweg transportiert und erst vor Ort zusammenmontiert.

Am Nachmittag fand ein Probehängen statt, um zu testen, wie sich das Brückenelement in der Luft verhält: «Wir hatten grosses Glück mit den Windverhältnissen. Petrus hat uns in die Karten gespielt», sagt Steinke.

Vor der Rampe auf der Seite des Sagerwegs drehte der Kran um 23.30 Uhr das Brückenelement zunächst um 90 Grad, um es in eine gerade Einschwenkposition zu bringen.

Um Mitternacht, als die 90 Tonnen über die Autobahn schweben, wird diese für 15 Minuten gesperrt. Um 0.15 Uhr ist das Brückenelement verlegt und der Sager- mit dem Leinerthaldenweg verbunden.

Die neue Verbindung vom Sagerweg zum Waldgebiet soll für Fussgänger, Velofahrer und Reiter als Ersatz für den gesperrten Wurmisweg dienen. Aber auch für Unterhaltsfahrzeug bis 3,5 Tonnen ist der Übergang befahrbar.

Die Brücke bleibt bis zu ihrer Abnahme, die zwischen dem 18. und 20. April stattfinden soll, gesperrt.

In der Zwischenzeit werden vier Geländerteile montiert, Buntstein verlegt, eine sieben Zentimeter dicke Asphaltschicht aufgetragen und eine Schwingungsmessung an der Brücke durchgeführt.