Fricktal
Militärische Stammkontrollführung neu beim Kreiskommando

Per Ende des Jahres werden in den Aargauer Gemeinden die Militärsektionen aufgehoben. Das Amt des Sektionschefs entfällt somit in den Gemeinden, die Aufgaben werden dem Kreiskommando übergeben.

Claudia Senn
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Auch die Mitarbeit bei Entlassungen aus der Wehrpflicht gehörte einst zu den Aufgaben des Sektionschefs.

Auch die Mitarbeit bei Entlassungen aus der Wehrpflicht gehörte einst zu den Aufgaben des Sektionschefs.

Per Ende dieses Jahres werden im Kanton Aargau die Militärsektionen in den Gemeinden aufgehoben. Neu fällt die militärische Stammkontrollführung in die Zuständigkeit des kantonalen Einwohnerregisters. Mit der bevorstehenden Aufhebung der Funktion des Sektionschefs gehört der Kanton Aargau zu den letzten Kantonen, die im Zuge der «Armee XXI» dieses Amt dem Kreiskommando übergeben. Mit dem Inkrafttreten der Armeereform XXI im Januar 2004 haben bereits vor einigen Jahren die meisten Kantone die Aufgaben des Sektionschefs aufgehoben.

Der Sektionschef einer Gemeinde fungierte als Verbindungsstelle zwischen den Wehrpflichtigen und den militärischen Amtsstellen. Er organisierte An- und Abmeldungen von Militärdienstpflichtigen, erteilte Auskünfte über die Schiess- und Dienstpflicht und war zuständig für die Bearbeitung und Weiterleitung von Gesuchen.

Über 30 Jahre übte Florian Gertiser das Amt des Sektionschefs in der Gemeinde Laufenburg aus. Seine Aufgaben hatten sich im Laufe der Zeit verändert, wurden weniger. «Früher war man als Sektionschef zum Beispiel noch zuständig für das Wehrpflichtersatz-Inkassowesen oder die alljährlichen Inspektionen vor Ort», erzählt er. Diese Funktionen fielen nach und nach weg.

Doch nicht nur die Aufgaben haben sich im Laufe der Zeit verändert, auch der Kontakt zu den Wehrpflichtigen ist heute anders als zu Beginn seiner Zeit als Sektionschef. «Die Kommunikation hat sich verändert. Früher hatte man viel mehr Kontakt miteinander. Man telefonierte, wenn man etwas wissen wollte, oder kam kurz vorbei. Heute läuft vieles via Internet», so Florian Gertiser, «das ist der Lauf der Zeit, das ist einfach so.»

Mit der Verschiebung der Aufgaben des Sektionschefs zum Kreiskommando wird die Abwicklung der An- und Abmeldungen, der Gesuche aber auch von spezifischen Fragen anonymer, es gibt keine Ansprechsperson mehr in der Gemeinde, die man persönlich kennt. Florian Gertiser sieht dies gelassen. «Ich glaube kaum, dass die Jungen damit ein Problem haben», lacht er und fügt hinzu, «häufig wurden ja ganz spezifische Fachfragen gestellt, die ich nicht abschliessend beantworten kann und an die Fachstellen verweisen musste. Das läuft ab Januar direkt über den Kanton. Ich denke, das ist schon gut so.» Die zentrale Stammkontrollführung läuft in den Kantonen, die schon länger umgestellt haben, reibungslos. Im Kanton Aargau sind ebenfalls keine Probleme zu erwarten.