Laufenburg
Migranten erhalten Tipps zur Integration – und wie sie eingebürgert werden

Rund 80 Personen kamen zu einem Info-Abend in die Laufenburger Stadthalle. Menschen aller Altersgruppen. Menschen verschiedenster Herkunft: Balkan. Italien. Spanien. Deutschland. Menschen aber mit einer Gemeinsamkeit: Interesse am roten Pass.

Marc Fischer
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Der Schweizer Pass ist begehrt. Viele Migranten möchten am politischen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Der Schweizer Pass ist begehrt. Viele Migranten möchten am politischen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Keystone

«Wir haben alle Migranten in Stein, Mumpf und Laufenburg angeschrieben und sie zu unserem Info-Abend eingeladen», erklärte Isabelle Nold von «mit.dabei Fricktal». Ziel sei es, Einbürgerungswilligen aus erster Hand Informationen zu geben.

Über die verfahrenstechnischen Abläufe orientierte Marco Waser, stellvertretender Gemeindeschreiber in Laufenburg. Einblicke in seine Erfahrungen als Migrant und seit zehn Jahren Eingebürgerter gab der Steiner Rechtsanwalt Burim Imeri.

Begrüsst wurden die Anwesenden vom Laufenburger Stadtammann Herbert Weiss: «Ich freue mich sehr, dass so viele Menschen den Weg an diesen Informationsanlass gefunden haben. Wir sind froh, wenn Sie in der Schweiz mitwirken und sich einbürgern lassen wollen.»

Integration über die Sprache

Im Gespräch mit Isabelle Nold betonte Imeri: «Das Wichtigste in einem neuen Land ist die Sprache.» So schnell wie möglich sollten Einwanderer deshalb die Landessprache erlernen. Und sie sollten Anschluss bei den Einheimischen suchen. «Treten Sie einem Verein bei und nehmen Sie am gesellschaftlichen Leben teil», riet er den Anwesenden.

Als Grund für seine Einbürgerung vor rund zehn Jahren gab Burim Imeri an: «Ich kam im Alter von 11 Jahren in die Schweiz und fühlte mich je länger, desto mehr als Schweizer. Und deshalb wollte ich auch am gesellschaftlichen und politischen Leben teilnehmen können.»

Nach einer Einbürgerung müsse man seine Wurzeln nicht verleugnen, nahm Imeri den Anwesenden ihre Bedenken. «Jeder Mensch besteht schliesslich aus Teilidentitäten.»

Dass die Sorge die Einbürgerungsinteressenten umtreibt, zeigte sich auch in der anschliessenden Fragerunde. «Kann ich den Pass meines Heimatlandes behalten?», fragte ein Anwesender. Laut Marco Waser und Burim Imeri liegt dies im Ermessen des Herkunftslandes.

Deutschland erlaube beispielsweise die doppelte Staatsbürgerschaft mit der Schweiz. «Am besten ist es, wenn Sie sich vor dem Einreichen des Einbürgerungsantrages auf dem Konsulat oder der Botschaft des Heimatlandes informieren», so die beiden Experten.

Aufenthaltsdauer sorgt für Fragen

Das andere grosse Themenfeld in der Diskussion der Anwesenden war die Mindestaufenthaltsdauer in der Schweiz und die Frage, ab wann Kinder eingebürgert werden können. «Tatsächlich ist dies nirgends klar festgehalten», so Marco Waser. Klar sei, dass Kinder alt genug sein müssen, um zu verstehen, was eine Einbürgerung bedeutet.

Zudem müssten sie sich verständigen können. «Als Richtwert lässt sich sagen, dass Kinder schon in der Schule sein sollten», so Waser. Die Gemeinden hätten aber einen gewissen Ermessensspielraum.