Mettauertal
Mettauertal und Schwaderloch: Eine Chance, aber wenig Euphorie

Der Gemeinderat Mettauertal orientierte gestern über den Stand der Verhandlungen mit der Gemeinde Schwaderloch. Zudem gaben Thomas Vetter und Heinz Knecht ihren Rücktritt auf Ende Jahr bekannt.

Marc Fischer
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Im Verwaltungszentrum Mettauertal werden Verhandlungen mit dem Gemeinderat Schwaderloch geführt

Im Verwaltungszentrum Mettauertal werden Verhandlungen mit dem Gemeinderat Schwaderloch geführt

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Unmittelbar vor der Sommergemeindeversammlung fand gestern Abend in Mettauertal eine Presseorientierung statt. Gemeindepräsident Peter Weber orientierte über den Stand der Verhandlungen mit der Nachbargemeinde. «Wir haben Schwaderloch im Januar mit einem Protokollauszug, ob die Abklärung eines Zusammenschlusses infrage kommt.»

Erst im April sei es dann zu einem gemeinsamen Gespräch gekommen, an dessen Ende Schwaderloch weitere Bedenkzeit erbeten habe. «Im Mai hat uns Schwaderloch dann orientiert, dass derzeit noch weitere Abklärungen mit umliegenden Gemeinden im Gange seien. Deshalb sei vorläufig noch keine Antwort möglich.

Wenig Enthusiasmus

Seither habe es keine Gespräche mehr gegeben. «Wir warten jetzt ab», erläuterte Weber die aktuelle Haltung «seiner» Gemeinde. Er betonte aber, dass für die Gemeinde Mettauertal von Anfang an festgestanden habe, dass ein Zusammenschluss auf Anfang 2014 erfolgen müsste. «Wir haben agiert, weil wir gute Gründe für einen Zusammenschluss sehen», so Weber weiter und führte diese gleich an: Ausbau der Stellenpensen, mehr Einwohner, zusätzliches Bauland und ein grosses Gewerbegebiet.

Noch ist der Zug nicht abgefahren. «Eine Umsetzung auf 2014 wäre immer noch möglich», ist sich Weber sicher. Es war aber auch spürbar, dass der Gemeinderat Mettauertal etwas mehr Enthusiasmus aufseiten Schwaderlochs erwartet hätte. «Aus unserer Sicht gibt es keine zwingende Notwendigkeit für einen Zusammenschluss, aber wir haben eine Chance gesehen», schloss Weber.

Zwei Rücktritte auf Ende Jahr

Weiter musste der Gemeindepräsident zwei Rücktritte aus dem Gemeinderat auf Ende Jahr verkünden. Thomas Vetter wird aus beruflichen und zeitlichen Gründen zurücktreten. «Ich bin im Beruf und neu auch als Jurapark-Präsident stark engagiert. Alles ist nicht möglich», so Vetter. Er betonte aber, dass ihm die Entscheidung sehr schwer gefallen sei.

Heinz Knecht gibt sein Mandat auf Ende Jahr ebenfalls ab. «Für mich war immer klar, dass ich am Ende der Legislatur aufhöre», so Knecht. Nun trete er im Sinner einer sinnvollen Staffelung bereits ein Jahr früher zurück. In einem Jahr dürften also weitere Rücktritte folgen. Weber dankte den Zurücktretenden und bedauerte die Rücktritte: «Das Team hat sehr gut funktioniert, es ist schade, dass die beiden Amtskollegen aufhören.»

Weiterhin sieben Gemeinderäte

Die Ersatzwahlen werden am 21. Oktober stattfinden. «Ich bin überzeugt, dass sich fähige Kandidaten finden werden», ist sich der Weber sicher. Ideal wäre es, wenn wieder jeder Ortsteil im Gemeinderat vertreten wäre, waren sich die anwesenden Gemeinderäte einig. Und auch eine Erhöhung des Frauenanteils würde allgemein begrüsst. Bereits jetzt ist klar, dass die Gemeinde Mettauertal auch weiterhin von sieben Gemeinderäten geführt wird.

An der Gemeindeversammlung orientierte Gemeindepräsident Peter Weber unter Diverses auch die Einwohner über die Rücktritte und die Gespräche mit der Gemeinde Schwaderloch. Er betonte dabei, dass ein Projektierungskredit für die Prüfung eines Zusammenschlusses der beiden Gemeinden einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung vorgelegt würde. Aus der Versammlung gab es keinerlei Wortmeldungen dazu, einzig ein Schmunzeln war zu vernehmen, als Peter Weber die Chronologie der Ereignisse darstellte. Der Gemeindepräsident selber deutete dies so: „Wir Mettauertaler sind uns Zusammenschlüsse gewohnt." Er denke auch, dass die Bevölkerung Vertrauen in den Gemeinderat habe und abwarte, ob das Geschäft wirklich vorgelegt werde.
Überhaupt verlief die Gemeindeversammlung über weite Strecken ohne Wortmeldung. Bis Traktandum 6 wurden alle Geschäfte einstimmig genehmigt, so auch die Fusion der Zivilschutzorganisationen. Für Diskussionen sorgte der geplante Umbau des Schulhauses Hottwil zu Räumen mit kostengünstigen Übernachtungsmöglichkeiten. Einige Versammlungsteilnehmer befürchteten, dass die Betten dann zumeist leerstünden und allenfalls gar dem Kanton als Unterkunft für Asylsuchende ins Auge stechen könnte. «Dagegen würden wir uns als Eigentümer mit allen Mitteln wehren», beschwichtigte Peter Weber. Schliesslich wurde auch dieses Traktandum deutlich mit 85 zu 14 Stimmen gutgeheissen. Die Ortsbürger hatten schon zuvor alle Geschäfte genehmigt.

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