Mettauertal
«Im Sommer wird es bombig laufen»: Die regionalen Beizer sehen mit Optimismus in die nahe Zukunft

Die Gastroszene des Mettauertals ist vielschichtig – teils kennen regionale Wirte eine Vor-Corona-Zeit gar nicht, teils wirten sie bereits deutlich länger und können die Phasen vor und mit der Pandemie gut trennen. Eines haben sie gemeinsam: Alle schauen sie jetzt wieder nach vorne, auf eine baldige zertifikatsfreie Zeit und den sich ankündigenden Frühling.

Hans Christof Wagner
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Svenja Häfeli hat sich mit dem Café Nova selbstständig gemacht.

Svenja Häfeli hat sich mit dem Café Nova selbstständig gemacht.

hcw (30. Juli 2020)

Café Nova heisst der Gastrobetrieb in der Ortsmitte von Mettau. «Nova» heisst auf Portugiesisch neu. So ganz neu ist das Café inzwischen nicht mehr: Am 1. Juli 2020 hat es Betreiberin Svenja Häfeli in den Räumen der früheren Post an der Hauptstrasse eröffnet – damals 22-jährig, aus dem Ortsteil Oberhofen stammend und mit Erfahrung in einem regionalen Bäckereiunternehmen als Rüstzeug.

Als sie kam, hoffte die Gemeinde Mettauertal, Eigentümerin der Liegenschaft, auf ein längerfristiges Engagement. Häfelis Vorgänger hatte schon nach rund einem Jahr das Handtuch geworfen. Und obwohl sie mitten im ersten Coronajahr den Schritt in eine selbstständige Existenz als Gastronomin wagte, sagte sie heute: «Bereut habe ich es bisher keinen einzigen Tag, auch wenn es nicht einfach war und ist.» Und sie fügt an:

«Für mich als Café-Betreiberin hat es ja nie eine Zeit vor Corona gegeben, ich kenne nichts anderes.»

Unterm Strich sei sie zufrieden mit dem Umsatz, obwohl sie die Einführung der Zertifikatspflicht 2021 an der Frequenz des Besuches «schon gemerkt» habe. Aber Häfeli blickt bereits wieder nach vorne, auf die kommende Freiluftsaison.

Gerade hat ihr die Gemeinde das Baugesuch zwecks Installation von Sonnenstoren bewilligt. «Damit kann ich meine Terrasse aufwerten und attraktiver für meine Gäste machen», sagt sie. Denn darunter seien auch Velo- und Töfffahrerinnen und Fahrer sowie Wandererinnen und Wanderer. Denen will sie ab Frühling und Sommer auch Panini servieren.

Die «Linde» wird wohl nie mehr Gasthaus werden

Wer durch Mettau fährt, kommt auch am früheren Gasthaus Linde vorbei, dem letzten Restaurant im Ortsteil, dessen Betrieb von den Eigentümern, Gisela (72) und Roland Schaller (74), Mitte 2020 aufgegeben worden ist – wegen Corona und auch aus Altersgründen.

Dass es mit ihm als Eigentümer wieder zum Gasthaus wird, glaubt Roland Schaller nicht. Er sagt:

«Um es neu zu vermieten oder zu verkaufen, müssten wir eine Menge Geld investieren und das kommt für uns nicht mehr in Frage.»
Cihan Temiz ist der neue Wirt im Landgasthof Sonne in Etzgen.

Cihan Temiz ist der neue Wirt im Landgasthof Sonne in Etzgen.

nbo (30. August 2021)

Der Landgasthof Sonne im Ortsteil Etzgen sei schon topmodern gewesen, erzählt dagegen Cihan Temiz, der ihn im August 2021 als Pächter übernommen hat. Er erinnert sich: «Es gab so manche, die zu mir sagten, du übernimmst das zur falschen Zeit.» Aber die hätten nicht recht behalten. Denn der Betrieb laufe besser als erwartet.

Rückkehr der Gäste in kleinen Schritten

Robert Hersche hat 2016 das Gansinger Restaurant Landhus übernommen. Er sagt: «Von 2016 bis 2020 war es immer aufwärtsgegangen.» Davon, dass es jetzt, mit der Aussicht auf ein baldiges Ende der Zertifikatspflicht, auch wieder aufwärtsgeht, ist Hersche überzeugt.

Mit einer Gästelawine ab Mitte Februar, wenn womöglich alle Coronaauflagen in der Schweiz fallen, rechnet er aber nicht. Er sagt: «Die Leute kommen langsam wieder zurück, aber sie werden kommen.» Temiz' Optimismus geht sogar noch weiter. Er prophezeit:

«Im Sommer wird der Laden bombig laufen.»

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