Mettauertal
Im Robotikcamp lernen Maschinen tanzen – und Kinder, selbstbewusst aufzutreten und Konflikte zu lösen

Diese Woche findet im Mettauertaler Ortsteil ein Robotikcamp des Schweizer Kinderhilfswerks Kovive statt. Es soll Kindern den Zugang zur Wissenschaft ermöglichen – und ihr Selbstbewusstsein fördern.

Peter Schütz
Drucken
Teilen
In Hottwil bauen und löten Kinder Roboter zusammen. Damit sollen sie einen einfachen Zugang zur Wissenschaft finden.

In Hottwil bauen und löten Kinder Roboter zusammen. Damit sollen sie einen einfachen Zugang zur Wissenschaft finden.

Peter Schütz / Aargauer Zeitung

Es piepst und fiept und riecht nach Lot: Im Gästehaus «Flösser» in Hottwil entdecken sozial und finanziell benachteiligte Kinder im Rahmen eines Ferienlagers die Wissenschaft, indem sie während drei Tagen Roboter löten und zusammenbauen. Die Kinder programmieren die Roboter so, dass diese zu der von ihnen gewählten Musik tanzen.

So weit war es am Dienstag zwar noch nicht, aber die Basis legten die konzentriert arbeitenden Kinder bereits: An einigen der handlichen, komplexen Hightech-Geräten waren die Räder montiert und die Platinen eingebaut, die Kabel und Lautsprecher befestigt. Gelegentlich leistete eine Person vom Betreuerteam Hilfestellung, doch in der Regel kamen die Kinder ganz gut alleine zurecht. Zumal sie nach einer Bauanleitung vorgehen konnten. Marion Alig von der Stiftung Science et Cité erklärt:

«Wir wollen den Kindern einen einfachen Zugang zur Wissenschaft bieten.»

Die Stiftung führt das das Robotikcamp in Hottwil mit der Partnerorganisation, dem Schweizer Kinderhilfswerk Kovive, und in Zusammenarbeit mit «mint & pepper», ein Projekt zur Nachwuchsförderung des Wyss Zurich (ETH Zürich / Universität Zürich), durch.

Neben dem wissenschaftlichen Programmteil ist das Schweizer Kinderhilfswerk Kovive dafür zuständig, dass die Kinder grundlegende positive Erfahrungen machen können. Sei dies durch die Förderung des Selbstbewusstseins, der Konfliktstrategien, der Teamarbeit und des Kennenlernens von sinnvollen Freizeitaktivitäten.

Es ist Fingerspitzengefühl gefragt

Gleichzeitig können sie sich als Forschende erleben und Erfolge darin feiern, wenn, wie in Hottwil, die Roboter zur programmierten Musik tanzen. Die Musik dazu wählt jedes Kind übrigens selbst aus.
Es ist viel Fingerspitzengefühl gefragt und auch Geduld, denn insbesondere die Lötungen der vielen Verbindungen haben es in sich. Der Bau der Roboter soll die Neugierde der Kinder wecken und positive Lernerfahrungen schaffen. Für Marion Alig hat das Robotikcamp eine «Brückenfunktion», weil es den Kindern die digitale Technik auf anschauliche Weise näherbringt.

Die Jungen und Mädchen stammen aus der Deutschschweiz. Mittels gezielter Förderimpulse und dem spielerischen Zugang zur Wissenschaft sollen die Kinder im Robotikcamp sich entfalten können und Unterstützung sowie nachhaltige Zukunftsperspektiven erhalten. Der Aufenthalt in Hottwil hat auch andere Aktivitäten im Haus oder ausserhalb in der Natur im Programm – auch diese mit gezielten Förderimpulsen.

Auch die Fantasie wird gefordert, wenn die Kinder die Roboter einkleiden – man soll ja nicht nur die Technik sehen. Und es wird spannend, welches Rad sich wie bewegt. «Die Kinder programmieren die Bewegungen ihres Roboters selbstständig, wie eine Choreografie zur Musik», meint Marion Alig.

Aktuelle Nachrichten