Fricktal

Mettauertal: «Ich bin froh, dass wir die Fusion gewagt haben»

Der Gemeinderat bleibt Verwaltungsbehörde, dennoch soll eine Ortsbürgerkommission in der Gemeinde Mettauertal die Ortsbürgergemeinde aufwerten.

Der Gemeinderat bleibt Verwaltungsbehörde, dennoch soll eine Ortsbürgerkommission in der Gemeinde Mettauertal die Ortsbürgergemeinde aufwerten.

Die Fusion zur Gemeinde Mettauertal hat sich gelohnt. Davon zeigte sich Gemeindepräsident Peter Weber überzeugt. Bewährt hat sich auch die Verwaltungsgemeinschaft von Oberhof und Wölflinswil.

«Ich stehe Fusionen heute vorsichtiger gegenüber als vor vier Jahren»: Diese Aussage von Peter Weber, Gemeindepräsident der Fusionsgemeinde Mettauertal, hat gestern Nachmittag wohl einige Teilnehmer des Fricktaler Gemeindeseminars überrascht.

Er wisse heute, welche Parforceleistung für einen Zusammenschluss von Gemeinden erbracht werden müsse, erklärte Weber. Die Fusionsgemeinde Mettauertal habe Lehrgeld bezahlen müssen.

Verwaltungskosten gesenkt

Dennoch hat sich in seinen Augen die Fusion von Etzgen, Hottwil, Mettau, Oberhofen und Wil gelohnt. Die Befürchtungen der Fusionsgegner haben sich nicht bewahrheitet. Der Steuerfuss ist auf 107 Prozent gesunken.

In der Verwaltung konnten rund 200 Stellenprozente eingespart werden. Gleichzeitig seien die Dienstleistungen der Gemeinde wesentlich verbessert worden, sagte Präsident Weber. Die Fusionsgemeinde verfüge auch über ein grösseres Gewicht in den Verbänden. Auch die Bautätigkeit hat zugenommen.

Rechtzeitig vor dem Zusammenschluss am 1. Januar 2010 wurde die Infrastruktur in den fünf Ortsteilen für 10 Millionen Franken auf Vordermann gebracht. Mit der Entschuldung der Gemeinden verbesserte sich die Finanzlage.

Die Gemeinde Mettauertal hat laut Weber heute einen grösseren Gestaltungsspielraum. Die Menschen in den Ortsteilen seien zusammengewachsen. Der Gemeinderat sei allerdings weniger nahe an den Leuten als zuvor.

«Es geht uns so gut wie noch nie zuvor in der Geschichte des Tals, sagte der Gemeindepräsident. «Ich bin froh, dass wir diesen Zusammenschluss gewagt haben.» Es hätte aber auch schiefgehen können, wie er gestand. Entscheidend seien der Glauben der Beteiligten an das Gelingen und der Wille, die Probleme zu lösen.

Für die beiden Gemeinden Oberhof und Wölflinswil steht eine Fusion gegenwärtig nicht zur Diskussion, wie die Gemeindeammänner Roger Fricker und Köbi Brem feststellten.

Erst wenn sich im ganzen Tal und vor allem in Frick und Gipf-Oberfrick etwas tue, könnte ein Zusammenschluss zum Thema werden, wie Brem erklärte. «Mit unserer guten Zusammenarbeit brauchen wir keine Fusion», sagte Fricker.

1971 legten die beiden Gemeinden ihre Verwaltungen zusammen. Diese Verwaltungsgemeinschaft hat sich laut den Gemeindeammännern bewährt. Die Stelle des Gemeindeschreibers wurde inzwischen auf die beiden Gemeinden aufgeteilt.

Die Zusammenarbeit wurde bis heute auf mehrere Gebiete ausgedehnt, zum Beispiel auf die Abwasserreinigung, die Wasserversorgung und die Feuerwehr. Alles sei «harmonisch gewachsen», so Brem.

Viele Diskussionen hätten in den Vereinen begonnen. Jetzt prüfen die Gemeinden eine gemeinsame Schulführung. Die Schulstandorte Oberhof und Wölflinswil sollen dabei erhalten bleiben.

In funktionalen Räumen

Über die Zusammenführung des Vororts Rohr mit Aarau sprach Martin Gossweiler, Stadtschreiber von Aarau. Vier Jahre nach der Fusion gebe es keine Probleme. Die Rohrer seien zufrieden, weil sie bei mehr Fragen mitbestimmen könnte, die sie betreffen.

Gossweiler erklärte, er ein «flammender Befürworter von Fusionen – dort, wo sie angebracht sind». Das sind sie nach seiner Meinung in funktionalen Räumen.

Eine «durchwegs positive Bilanz» zog Beat Acklin, Leiter des Betreibungsamt Region Frick. Das Amt betreut neben Frick auch die Gemeinden Gipf-Oberfrick, Herznach, Hornussen, Oberhof, Oeschgen, Ueken, Wittnau und Wölflinswil.

Die Zusammenlegung sei mit einem grossen Aufwand verbunden gewesen, doch sie habe zeitliche und arbeitstechnische Vorteile gebracht. Die Fehlerquote sei massiv gesunken. Die Mitarbeiter des Amts hätten Zeit für andere Aufgaben gewonnen und könnten auch die Polizei entlasten.

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