Fiese Masche

Meldungen zu Enkeltrickbetrügern häufen sich – Serie im Fricktal

Fiese Masche: Enkeltrickbetrüger nehmen mit älteren Menschen telefonisch Kontakt auf, geben sich als Verwandte in Not aus und fordern Geld.

Fiese Masche: Enkeltrickbetrüger nehmen mit älteren Menschen telefonisch Kontakt auf, geben sich als Verwandte in Not aus und fordern Geld.

Das Fricktal wird seit Anfang Jahr immer wieder von Enkeltrickbetrügern heimgesucht. Über 60 Prozent der Fälle im Kanton Aargau wurden hier gemeldet.

Die Gemeinde Kaiseraugst warnt ihre Einwohner: In der Gemeinde und speziell im Liebrüti-Quartier seien derzeit Enkeltrickbetrüger aktiv. Ende Mai und Anfang Juni habe es eine ganze Serie von Meldungen aus Kaiseraugst gegeben, bestätigt Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau. In zwei Tagen gingen zehn Anrufe bei der Polizei ein. Immerhin: «Seither scheint diese Gemeinde nicht mehr behelligt worden zu sein.» Dies zeige auf, so Graser weiter, dass sich die Betrüger «in aller Regel auf eine Ortschaft konzentrieren und das Telefonbuch nach Namen absuchen, die auf eine ältere Person schliessen lassen».

Laut Graser haben die Enkeltrickbetrüger bei ihren Versuchen in Kaiseraugst telefonisch Kontakt mit ihren potenziellen Opfern aufgenommen und als vermeintlicher Verwandter in Not um ein Darlehen gebeten. Dies sei die übliche Masche, so Graser. Laut dem Polizeisprecher ging von den zehn Betroffenen, von denen die Polizei weiss, niemand auf den Schwindel ein. «Konkrete Hinweise auf die Täterschaft liegen in keinem Fall vor», sagt Graser.

Kaiseraugst ist kein Einzelfall, wie aus der Statistik der Kantonspolizei hervorgeht. «Waren es im Aargau im ganzen 2016 gerade 16 Fälle, zählen wir in diesem Jahr bereits 52 Fälle. Allein seit Anfang Mai registrieren wir 22 Meldungen», erklärt Bernhard Graser. Auffällig dabei: 32 der bisher 52 Fälle im Jahr 2017 wurden im Fricktal gemeldet. Das entspricht fast 62 Prozent aller Meldungen. Betroffen waren die Gemeinden Rheinfelden, Möhlin, Olsberg, Zeiningen, Zuzgen, Hellikon, Obermumpf und Mumpf. «Die Gründe für diese örtliche Verteilung sind uns allerdings nicht bekannt», so Graser.

Ratschlag: Misstrauisch sein

Als Präventionsmassnahme rät die Kantonspolizei dazu, gegenüber unbekannten Personen, die sich am Telefon als Verwandte ausgeben, misstrauisch zu sein und keine Angaben zu familiären und finanziellen Verhältnissen zu machen. Auch solle man nie Geld oder Wertsachen an Unbekannte übergeben, sondern nach verdächtigen Anrufen umgehend die Polizei auf der Notrufnummer 117 kontaktieren. Angehörige hält Graser überdies dazu an, «mögliche Opfer in ihrem Verwandten- und Bekanntenkreis regelmässig zu sensibilisieren».

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