Laufenburg
Mehrere Millionen sollen investiert werden, damit Altstadt kein Museum wird

Die Stadt will bis mehrere Millionen Franken für die Attraktivitätssteigerung der Altstadt einsetzen.

Susanne Hörth
Merken
Drucken
Teilen
Die Zahl der leerstehenden und sanierungsbedürftigen Laufenburger Altstadtwohnungen soll sich mit verschiedenen Massnahmen bis zu 80 Prozent reduzieren.

Die Zahl der leerstehenden und sanierungsbedürftigen Laufenburger Altstadtwohnungen soll sich mit verschiedenen Massnahmen bis zu 80 Prozent reduzieren.

Susanne Hörth

In der Altstadt Laufenburg gibt es viele leerstehende und sanierungsbedürftige Wohnungen. Dem will der Stadtrat aktiv entgegenwirken und befasst sich deshalb schon seit geraumer Zeit mit dem Massnahmeplan Altstadtnutzung.

Investitionen von mehreren Millionen Franken sind vorgesehen. Bereits an der Wintergemeindeversammlung sollen entsprechende Anträge zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

«Unsere Strategie heisst Investieren, Kooperieren und Optimieren», erklärt Vizeammann Meinrad Schraner. Investiert – mit dem Finanzvermögen und nicht mit dem Verwaltungsvermögen – wird in alte und sanierungsbedürftige Liegenschaften. Alte Liegenschaften in Sulz gehören auch zum Gesamtprojektumfang.

«Kooperieren heisst Zusammenarbeit mit Liegenschaftsbesitzern, Investoren und Architekten», so Schraner. Optimieren bedeute Ausgaben auf ihre Wirkung für die Gemeinde und Gesellschaft zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Altstadtforum

«Die Konzepte und Detailplanungen sind in Arbeit.» Schraner führt weiter aus, dass ein Forum Altstadt gegründet werden soll. Dieses wird mit Spezialisten besetzt und ist für die Planung, Koordination, Information und Kommunikation zuständig.

«Das Forum funktioniert auch als Schnittstelle zwischen Bevölkerung-Bewohner-Interessenten und Stadtrat. Die Verantwortung bleibt beim Stadtrat.»

Erfreut über die gemeinderätlichen Absichten zeigt sich Kurt Brandenberger. Der Laufenburger Altstadtbewohner hatte gemeinsam mit dem ebenfalls im Ort ansässigen Architekten Leo Balmer die Arbeitsgruppe «Nutzungs- und Entwicklungskonzept Altstadt Laufenburg» geleitet.

Brandenberger betont aber auch, dass es nicht nur Investitionen in Wohneinheiten brauche, sondern ebenfalls eine Reihe von Randbedingungen verbessert werden müssen.

«Dem trägt die Strategie des Gemeinderats Rechnung, indem er die Bau- und Nutzungsordnung überarbeiten, den ganzen Prozess kommunikativ eng begleiten und ein Altstadtforum einrichten will.»

Damit zusätzliche Investoren interessiert werden können, brauche die Altstadt ein entsprechendes Image und eine gesunde Nachfrage, ist Brandenberger überzeugt. «Das Image muss sich Laufenburg erarbeiten.»

Auch hier hat die Behörde Massnahmen vorgesehen. «Kaufen und wiederverkaufen, Kaufen, umbauen und dann verkaufen, oder Kaufen, umbauen und vermieten», nennt Kurt Brandenberger mögliche Geschäftsmodelle.

In allen Fällen könne der Stadtrat damit auf die künftigen Nutzer Einfluss nehmen und ein eindeutiges Signal aussenden, dass die Altstadt attraktiver werden soll.

«Investieren heisst auch immer Risiko nehmen. Es wird sehr sorgfältig auszuwählen sein, in welche Objekte die Gemeinde investiert», mahnt er zur nötigen Vorsicht.

Positiv gestimmt über das Vorhaben ist auch der Laufenburger Schriftsteller Christian Haller: «Selbstverständlich kann ich als Bewohner nur begrüssen, wenn die Altstadt weder zu einem Museum noch zu einem Ruinenfeld verkommt.»

Der Schriftsteller weiss, dass wie einst Burgen und Schlösser von der öffentlichen Hand mitgetragen werden mussten, es heute die Altstädte sind, die eine Mitfinanzierung bei der Erhaltung nötig machen.

«Dies nicht zuletzt deshalb, weil sich gezeigt hat, dass die vielen Versuche, Altstädte wiederzubeleben, sie als Wohn- oder Geschäftsort attraktiv zu machen, zu kaum nennbaren Verbesserungen geführt haben.» Private Investitionen seien im Verhältnis zum Standort und den heutigen Ansprüchen an Wohnkomfort zu hoch.

Meinrad Schraner erklärt, dass die Projekte in einem Masterplan geführt werden und in zwei Gruppen unterteilt werden. Die Gruppe Rahmenbedingungen und Kooperation beinhaltet die Überarbeitung der Bau- und Nutzungsordnung und das wichtige Projekt Vermarktung und Beteiligung. Der erste Event dafür ist für den 25. August geplant.

In der Gruppe Infrastruktur und Zentrumsfunktion sind die für die Erneuerung der Altstadt wichtigen Projekte altes Grundbuchamt, Wärmeverbund und Werkleitungen Bauetappe 2. «Das ganze Vorhaben ist ein Gemeinschaftswerk, es baut wie unsere gesamte Strategie auf Kooperation», sagt der Vizeammann.