Kaisten
Mehrere Kaister wollen Heiligen Fridolin zurück – die Kirchenpflege nicht

Einige Kaister setzen sich dafür ein, dass die Heiligenfigur Fridolin nach erfolgter Kirchensanierung ein Platz im Gotteshaus erhält. Das Anliegen wird von den Kirchenverantwortlichen nicht unterstützt.

Susanne Hörth
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Lange stand diese Skulptur (zirka 1550 datiert) in der Kirche Kaisten. Seit 1926 gehört sie dem Historischen Museum Basel, ist dort auch zu bewundern. Dargestellt wird der heilige Fridolin in inniger Umarmung mit dem lächelnden Skelett von Urso. Hist. Museum

Lange stand diese Skulptur (zirka 1550 datiert) in der Kirche Kaisten. Seit 1926 gehört sie dem Historischen Museum Basel, ist dort auch zu bewundern. Dargestellt wird der heilige Fridolin in inniger Umarmung mit dem lächelnden Skelett von Urso. Hist. Museum

Historisches Museum Basel

Die Barockkirche St. Michael in Kaisten soll in ihrem Innern während einer rund einjährigen Bauzeit umfassend saniert werden. Über die geplanten Massnahmen mit einer Kostenschätzung von 3,1 Millionen Franken wurde am Montagabend orientiert (die az berichtete). Mit der Beendigung der Renovationsarbeiten soll das Gotteshaus nicht nur seinen Gläubigen wieder ein Ort der Besinnung und für das Feiern von gemeinsamen Gottesdiensten sein. Die Kirche soll zudem ein Zuhause für einen früheren Bewohner werden.

Am Orientierungsabend brachte alt Gemeindeschreiber Georg Winter den Wunsch vor, die Heiligenfigur Fridolin mit dem toten Urso zurück in die Kaister Kirche zu holen. Bereits in der alten Kaister Kirche hatte die frühgotische Figur, datiert um das Jahr 1550, ihren festen Platz. Später dann auch in der 1717 erstellten, neuen Kirche. Aus nicht bekannten Gründen wurde sie verkauft.

Seit 1926 ist sie im historischen Museum Basel zu bewundern. Wie Dr. Sabine Söll vom historischen Museum gegenüber der Aargauer Zeitung erklärt, wurde die Skulptur 1926 vom Museum mit Bundesbeitrag bei einem Basler Antiquariat erworben. Sie wurde zuletzt in der Ausstellung «Schuldig. Verbrechen, Strafen, Menschen» im Museum für Geschichte von September 2012 bis April 2013 gezeigt.

Am Orientierungsabend in Kaisten wurde Georg Winters Anliegen von Viktor Bäumlin unterstützt. Dieser hat in jungen Jahren an der Kunstgewerbeschule Basel immer wieder die Heiligenfigur bewundert. Insbesondere auch, weil es eine der ganz wenigen sei, die den Fridolin in inniger Umarmung mit einem lächelnden Skelett zeigt. Bäumlin zeigte sich am Montagabend davon überzeugt, dass die Mittel für die Wiederbeschaffung der Skulptur aufgebracht werden könnten. Dabei geht es aber nicht um das Original.

Anfertigen einer Kopie

Das Original nach Kaisten zurückholen, ist keine Option. Die Verantwortlichen des Historischen Museums Basel würden dazu ihre Zustimmung nicht erteilen. Deshalb formulierte Georg Winter die Idee, eine Kopie herstellen zu lassen. Die Kosten dafür würden sich auf zirka 10 000 bis 15 000 Franken belaufen. Geld, das mit Spenden beschafft werden könnte.

Das Wiederbeheimaten des Fridolins in der Kaister Kirche hatte Georg Winter auch schon an die Kirchenverantwortlichen herangetragen. Wie Kirchenpflegepräsidentin Iris Rehmann an der Versammlung erklärte, sei das Thema auch intensiv diskutiert worden, man habe sich aber gegen das Zurückholen entschieden, weil für die grosse Figur nicht wirklich ein Platz vorhanden sei oder extra eine Nische in der Kirche erstellt werden müsste. Wie Georg Winter erklärte, sei dies nicht nötig, da auch die bereits vorhandenen Figuren in der Kirche Kaisten nicht in Nischen platziert seien.