Sisseln
Mehrere hundert Feuerwehrleute üben den Chemie-Grossalarm

250 Feuerwehrleute sahen sich beim jährlichen Chemie-Grossalarm im DSM-Werk mit einem happigen Übungsszenario konfrontiert.

Paul Roppel
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Spezialisten bei Luftmessungen. pro

Spezialisten bei Luftmessungen. pro

Ein glühendes Rot kündigte den Sonnenaufgang an, währenddessen das DSM-Werk Sisseln mit seinen rund 1000 Angestellten in ungeahnte Betriebsamkeit wechselte, aber auch von seinem üblichen Tagesablauf abkam. Denn gleichzeitig mit den Frühaufstehern und der Pendlerschar rasten auch Feuerwehrfahrzeuge und gegen 250 Feuerwehrleute aus sechs Organisationen durch die Hauptporte zum Produktionsgebäude 305.

«Wir wollen den Mechanismus des Grossalarms prüfen», erklärte Marco Schlienger, designierter Kommandant von Chemiewehrstützpunkt und Betriebsfeuerwehr DSM Sisseln. Der von ihm und seinen Übungsgehilfen gewählte Zeitpunkt war delikat und das ausgeheckte Szenario anspruchsvoll.

Grossalarm «Chemie» ausgelöst

Kurz vor sechs Uhr gaben die ferngesteuerten Rauchmaschinen im Gebäude mit der weltweit grössten Vitamin A-Produktion derart intensive Wolken ab, dass die Schwaden aus allen Fenstern und Türen quollen. Eine Gebäuderäumung wurde ausgelöst und der innert Minuten herbeigeeilte Pikettoffizier sah sich mit einem Brandausbruch konfrontiert, der ihn zur Auslösung des Grossalarms Chemie veranlasste.

Dadurch werden über die Alarmzentrale in Aarau automatisch rund 400 Feuerwehrleute der Betriebsfeuerwehren DSM, Syngenta, Novartis Stein und BASF Kaisten, sowie der Feuerwehr Sisslerfeld (Münchwilen, Eiken, Sisseln) und Teile der Stützpunktfeuerwehr Frick alarmiert. Inzwischen hatte Vizekommandant Kurt Niederberger die Einsatzleitung übernommen. Er ordnete die Suche nach drei Vermissten an und koordinierte die Brandbekämpfung mit den eintreffenden Feuerwehren von allen Seiten durch Abschnittsbildung.

Kommunikation unter der Lupe

Mit Argusaugen verfolgte Betriebsleiter Stefan Habermacher das intensive Geschehen in seiner Anlage, die trotz der Übung weiter produzierte. Nach rund 90 Minuten war der Spuk vorbei und das verpasste Frühstück stand im Personalrestaurant Fricktalerhof bereit.

Die jährlich in einem anderen Chemiebetrieb stattfindende Alarmübung nahm nicht nur die Feuerwehren, sondern auch den Ereignisdienst der DSM mit seinen vier Fachgruppen Sicherheit/Umwelt, Kommunikation, Technik und Produktion unter die Lupe. «Insbesondere wird die Kommunikation begutachtet und trainiert», erklärte Urs Keller, der zurücktretende Kommandant.

Er widmete sich diesem Hauptziel und hatte die Medien- und Kommunikationsspezialisten Florian Ulrich und Marco Meyer geholt, die das Geschehen mit Videoaufzeichnungen dokumentierten. Abschluss der Herausforderungen war eine inszenierte Medienkonferenz, bei der sich Werkleiter René Vroege und sein Stab mit kritischen Fragen konfrontiert sahen. Die Übung habe ihre Ziele erreicht und sei erfüllt, betonte Schlienger.