Rheinfelden
Mehr Wasser bedeutet höhere Leistung

Erneut ist eine wichtige Etappe im Zuge des Kraftwerkneubaus erreicht. Seit Montag sind die Schotten des Stauwehrs fast dicht, sodass der Pegel im Oberwasserbereich vor dem Maschinenhaus langsam ansteigt.

Peter Rombach
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Kraftwerk

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Projektleiter Helmut Reif rechnet mit «gut drei Tagen», bis der Sollpunkt erreicht ist. Der Grund: Momentan führt der Rhein Niedrigwasser; am Pegel Rheinfelden wurden gestern um 17 Uhr gerade mal 658 Kubikmeter pro Sekunde gemessen, Tendenz wieder leicht steigend. Tags zuvor waren es noch 743.

«Die Baumassnahmen gehen planmässig und zügig voran», freute sich der Projektleiter an einem für die az Aargauer Zeitung arrangierten Ortstermin. Zwei von vier Maschinengruppen sind bereits am Netz, die dritte wurde für umfangreiche Testzwecke hochgefahren (az vom 13. Oktober) und produziert voraussichtlich Ende des Monats Strom.

Damm versperrt alten Kanal

Nachdem ein so genannter Fangdamm am Einlauf des ehemaligen, mittlerweile trocken liegenden Oberwasserkanals vollendet ist, konnte mit dem Höherstau um 1,4 Meter begonnen werden. Dieser Wert ist übrigens in der internationalen Konzession für den Kraftwerkneubau fixiert. Benötigt wird ein Wasservolumen von rund einer Million Kubikmeter.

Im Vorfeld galt es, umfangreiche Bauarbeiten auszuführen. Vor allem das dicht am Rhein stehende Schloss Beuggen auf deutscher Seite musste gesichert werden, was unter anderem teurere Fundamentarbeiten erforderte. Auch die etwas flussabwärts stehenden Industrieanlagen dürfen keine «nassen Füsse» bekommen und erhielten auf Kosten der Energiedienst AG als Bauherrin des Kraftwerks einen Wasserschutz.

Es gab auch neue Fischerhütten

Ferner galt die Aufmerksamkeit diversen Fischereieinrichtungen am deutschen und Schweizer Ufer: Unter anderem wurden auch eine Biberburg versetzt, neue Fischerhütten errichtet und der Wanderweg auf der Schweizer Seite verlegt. Projektleiter Reif verdeutlichte: «Sämtliche Massnahmen im Zusammenhang mit dem Höherstau wurden im Zuge der Planung und Realisierung auch mit den Vertretern der ökologischen Begleitkommission abgestimmt.»

Mit dem Höherstau, der das Wassergefälle im Maschinenhaus optimiert, und den leistungsstarken Turbinen, die nach Fertigstellung des Kraftwerks einen Gesamtdurchfluss von 1500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde erlauben, steigt die maximale Leistung von Neu-Rheinfelden auf insgesamt rund 100 Megawatt. Doch angesichts von Niedrigwasser ist man davon momentan weit entfernt, selbst wenn durch den Höherstau laut Reif zwanzig Prozent mehr Leistung zu erwarten sind.

Nun ist es auch an der Zeit, den in Beton ausgeführten und nach oben offenen Fischpass auf Schweizer Seite zu fluten. Er ist bereits mit Steinen unterschiedlicher Grösse gefüllt, die den Wasserstrom abschwächen und so selbst kleineren Fischen die Überwindung des Hindernisses ermöglichen.