Stricken als solches ist nichts Aussergewöhnliches. Trotz herrschendem Kleiderkaufkonsumwahn entstehen noch in so manch Stuben mit Einsatz von Nadeln, Wolle und Garn Pullover und dergleichen.

Speziell wird es, wenn für die Herstellung dieser und anderer wolliger Gebrauchsgegenstände zusätzlich noch mittelgrosse, aus Eisen gefertigte Maschinen zum Einsatz kommen. Der Verein KulturWerk-Stadt Sulz darf sich rühmen, mit 30 alten Strickmaschinen die wohl kompletteste Sammlung solch historischer Apparate zu besitzen.

Damit diese teils, aus dem 19. Jahrhundert datierten Strickmaschinen auch für die Schulung von Strick affinen Personen und für Vorführungszwecke genutzt werden können, braucht es Fachleute und Geld für die Restaurationen.

Handwerk soll nicht in Vergessenheit geraten

Mit Werner Schaub verfügt der Verein KulturWerk-Stadt über einen versierten Strickmaschinen-Fachmann. Sein Know-how sorgt dafür, dass ein altes Handwerk, dass im einstigen Bauerndorf Sulz um die Jahrhundertwende (19./20. Jh.) ein wichtiger Nebenerwerbszweig darstellte, nicht in Vergessenheit gerät.

Reto Weiss, Präsident der KulturWerk-Stadt betont am Mittwochabend, dass sich die Instandstellungskosten der sensiblen Strickgeräte pro Maschine auf rund 2000 Franken belaufen. Diese Summe hat nun die Gemeinnützige Gesellschaft Bezirk Laufenburg dem Sulzer Verein übergeben.

Im Beisein von Ursula Jutzi von der Gemeinnützigen Gesellschaft Laufenburg wurde am Mittwochabend eine kleine Schrifttafel an einer der Strickmaschinen angebracht. Damit soll, so Ursula Jutzi, gezeigt werden, dass die GGL die Strickerei in Sulz unterstützt. Zudem soll ebenfalls darauf aufmerksam gemacht werden, dass die GGL für die Unterstützung solcher Projekte finanzielle Hilfe bietet.

Ein 100-jähriger Strickcomputer

Von den 30 Strickmaschinen der KulturWerk-Stadt sind deren 9 restauriert und einsatzbereit. Stolz ist Präsident Weiss unter anderem auch auf eine neuere Errungenschaft des Vereins: ein «computergesteuerter», rund 100-jähriger Strickapparat.

Dank eines ausgetüftelten, mechanischen Stellwerkes lässt sich die Maschine so programmieren, dass sie in einem Arbeitsgang mehrfarbige, filigrane Muster zu stricken vermag.