Fricktal
Mehr als die Hälfte der Stimmen gingen auf Liste 1: Hellikon ist fest in SVP-Händen

Alex Hürzeler sahnte in Oeschgen ab und erlebte in Rheinfelden sein Waterloo. Einige Kuriositäten zu den Aargauer Wahlen vom Sonntag.

Thomas Wehrli
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Das Gemeindehaus von Hellikon – hier wählten 55,06 Prozent die SVP.

Das Gemeindehaus von Hellikon – hier wählten 55,06 Prozent die SVP.

AZ

Die Zahlen lügen nie, sagt man, und so kramt die bz am Tag eins nach den Aargauer Wahlen in den Fricktaler Wahlzahlen nach Wahl-Wahrheiten. Und sie wird schnell fündig: Hellikon, man munkelte es bereits, ist fest in SVP-Händen. Am Sonntag haben in der 800-Seelen-Gemeinde satte 55,06 Prozent die SVP gewählt.

Das ist Rekord im Fricktal. Schupfart als SVP-Hochburg Nummer zwei kommt auf 50,22 Prozent. Es folgen Zeihen, Sisseln und Schwaderloch. Fairerweise sei angemerkt: Die 55 Prozent beziehen sich bloss auf die 28,59 Prozent der Helliker, die tatsächlich an die Urne gegangen sind.

Bezirk Laufenburg, Grossratswahlen: Gewählt und Abgewählt (2016) SVP: Christoph Riner, Zeihen (bisher)
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SVP: Tanja Suter, Gipf-Oberfrick (bisher)
FDP: Daniel Suter, Frick
SP: Elisabeth Burgener Brogli, Gipf-Oberfrick (bisher)
SP: Colette Basler, Zeihen
CVP: Martin Steinacher-Eckert, Gansingen (bisher)
Grüne: Gertrud Häseli, Wittnau
Abgewählt: CVP: Werner Müller, Wittnau

Bezirk Laufenburg, Grossratswahlen: Gewählt und Abgewählt (2016) SVP: Christoph Riner, Zeihen (bisher)

Zur Verfügung gestellt

Hellikon liegt damit im Mittelfeld, was die Wahlbeteiligung angeht. Spitzenreiter ist diesmal SVP-Mitbewerber Zeihen mit 44,17 Prozent, Schlusslicht ist Kaiseraugst mit 18,31 Prozent. Die Gemeinde sichert sich den Titel «Niedrigste Wahlbeteiligung» haarscharf – um 0,01 Prozent – vor Sisseln. Generell waren die oberen Fricktaler diesmal die deutlich besseren Eidgenossen. Im Schnitt gingen 34,53 Prozent von ihnen an die Urne, im unteren Fricktal waren es nur 25,54 Prozent.

Minusrekord in Schupfart

Den Minusrekord in Sachen Stimmen macht die SLB in Schupfart. Sie bekommt genau: 0 Stimmen. Immerhin je eine gibt es in Mumpf und Wegenstetten, was einen Wähleranteil von 0,06 und 0,05 Prozent ergibt. Nahe an der Null schrammen aber auch andere Parteien vorbei; die EDU in Zeiningen (0,15%), die EVP in Obermumpf (0,06%), Mumpf (0,13%) und Schwaderloch (0,15%), die BDP in Sisseln (0,25%) oder die GLP in Schwaderloch (0,30%). Schon wieder diese beiden!

Den Heimvorteil genutzt

Der Blick auf die Regierungsratswahlen zeigt: Lokalmatador Alex Hürzeler konnte den Heimvorteil nutzen. Lief er gesamtkantonal als Nummer 3 ins Ziel ein, überholte Hürzeler in seiner Heimat FDP-Mann Stephan Attiger und landete hinter Urs Hofmann auf Rang zwei. Der Rückstand allerdings ist verschmerzbar: Hofmann kam im Fricktal auf 10 015 Stimmen, Hürzeler auf 9195.

SVP: Daniel Vulliamy, Rheinfelden (bisher)
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SVP: Kathrin Hasler, Hellikon (bisher)
SVP: Désirée Stutz, Möhlin
FDP: Bernhard Scholl, Möhlin (bisher)
FDP: Franco Mazzi, Rheinfelden (bisher)
SP: Peter Koller, Rheinfelden (bisher)
SP: Claudia Rohrer, Rheinfelden
CVP: Alfons Paul Kaufmann, Wallbach
Grüne: Andreas Fischer Bargetzi, Möhlin (bisher)
GLP: Roland Agustoni, Rheinfelden (bisher)

SVP: Daniel Vulliamy, Rheinfelden (bisher)

Zur Verfügung gestellt

Am häufigsten stand Hürzelers Name – oh Wunder! – in Oeschgen auf den Wahlzetteln. In seinem Wohnort wählten ihn 78 Prozent derer, die zur Wahl gingen. Den schlechtesten Wert gab es für den SVP-Bildungsdirektor in Rheinfelden; hier gaben ihm nur 47,4 Prozent die Stimme. Urs Hofmann kam nicht ganz so hoch; das Maximum der Gefühle waren für ihn die 75,4 Prozent in Kaisten. Er sackte im Gegenzug prozentual aber auch weniger weit ab als Hürzeler. Hofmanns Tiefschlag waren die 59,3 Prozent von Wallbach.