Laufenburg
«Meerstimmig» mit Sprache und Klang im Rehmann-Museum

Die Gäste im Laufenburger Rehmann-Museum begaben sich «meerstimmig» auf eine sehr ungewöhnliche Reise durch Sprache und Klang. Eine Kindergärtnerin/Lerntherapeutin und ein Trompeten-/Alphornlehrer gaben den Ton an.

Ingrid Arndt
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Sprache und Klang von Doris Gautschi und Klemens Rehmann verein.

Sprache und Klang von Doris Gautschi und Klemens Rehmann verein.

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Mit Texten von Doris Gautschi, Kindergärtnerin und Lerntherapeutin aus Brugg-Windisch, sowie dem diplomierten Trompeten- und Alphornlehrer Klemens Rehmann, der dazu mit seiner Trompete den besonderen musikalischen Rahmen gab, liess sich das Publikum im Rehmann-Museum in Laufenburg unterhalten. Es war ein nicht alltägliches, sich abwechselndes Zusammenspiel von Worten, Sätzen und Klängen, in dem sich einerseits beide Künstler «meerstimmig» ergänzten, einander ablösten, bei dem aber auch an die Besucher grosse Anforderungen und die Erwartung gestellt wurde. Man hatte sich auf Unbekanntes einzulassen und mitzugehen.

Doris Gautschi las aus noch unveröffentlichten Texten über die fiktive Person Emma, jung oder alt, grau oder blond, der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Emma ist eine Frau, die die Welt aus einem ganz speziellen, poetischen Blickwinkel betrachtet, keineswegs unrealistisch, jedoch nicht immer nach konventionellen, vorgestanzten Mustern. Leichtfüssig spielt und jongliert sie mit bekannten Worten, trennt sie, setzt sie neu zusammen, gibt ihnen damit einen ganz neuen Sinn, nachdenklich machend oder auch humorvoll. Sie will ein Bleiberecht für obdachlos gewordene Worte, zum Beispiel für solche, die altmodisch sind oder weniger gelungen, sie denkt nach darüber, ob ein Name genügt, um zu wissen, wer man ist. Emma stellt unbequeme Fragen, die in der Hektik des Alltags unter den Tisch fallen, die aber immer nahe am Menschen sind.

Zu Emma gehört Oscar, der weiss, dass Fische lachen können und das Heimat das Rauschen all der kleinen Dinge ist, zu der Vögel gehören, die nie verlernen, ein Nest zu bauen. Ist das bei den Menschen ebenso? Herrlich verspielt daher kam dazu die Arie des Papageno aus Mozarts «Zauberflöte». Gelungen auch der schnelle Wechsel von Text und Ton zu «Fernweh» mit der Schildkrötenfanfare vom zeitgenössischen Komponisten György Ligeti. Fernweh verkürzt die Wege, zitierte die Lyrikerin Doris Gautschi, sie lässt Emma Bahnhöfe lieben, in Oscars Atemzüge einsteigen, in ihre Hosensäcke Sackbahnhöfe stecken und auf der Wiese liegend an den Füssen Wörter baumeln.

Emma hinterfragt die Absicht von Schokolade, die als Verführung über den Ozean nach Zürich «sprüngli»- und Menschen schmelzsüchtig macht. Emma, meinte die Autorin, ist eine Möglichkeit, sprachlich neu auf die Welt zu kommen, neugierig, doch nie oberflächlich.

Die dargebotenen Stücke von Klemens Rehmann waren Originalkompositionen für Blechbläser von Fauré, Arutjunjan und anderen Musikern sowie Eigenkompositionen.