Meerjungfrauen gibt es nicht mehr nur in der Fantasie und im Film. Aus Australien und den USA schwappt der Trend, in Meerjungfrauen-Kostümen schwimmen zu gehen in die Schweiz. «Früher hat Disneys Arielle bei Mädchen die Faszination ausgelöst, heute sind es eher die TV-Serien H2O und Mako», sagt Nadia Peter. Sie ist eine der Vorreiterinnen in der Schweiz in Sachen «Mermaiding», wie das Schwimmen im Meerjungfrauen-Kostüm genannt wird –  und sie ist eine der Anbieterinnen von Mermaid-Kursen. Mehrheitlich besuchten Mädchen und junge Frauen ihre Kurse, so Peter, doch es gebe durchaus auch Buben, die als «Mermen» durch die Schwimmbecken tauchen.

Mermaiding: Die Reportage aus Berlin zeigt, wies geht.

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Auch im Fricktal ist der Trend bereits angekommen. Im Hallenbad Sissila in Sisseln fanden laut Badmeisterin Veronika Preiser bereits ein Schnupper- und ein Abzeichenkurs statt und in Laufenburg gibt es immer wieder Mädchen, die im Meerjungfrauen-Kostüm in der Badi auf- und im Becken untertauchen. Auch Patrick Peter, der Leiter des Schwimmbads in Möhlin, hatte bereits weibliche Gäste mit Kostüm und Monoflossen. In anderen Bädern wie etwa Rheinfelden oder Magden kennt man den Trend bisher erst vom Hörensagen.

Erlaubt, aber nicht ungefährlich

Eines ist in allen Schwimmbädern gleich: Das kostümierte Schwimmen ist erlaubt. Allerdings betonen die Badmeister, dass das Schwimmen im Kostüm nicht ganz ungefährlich ist. «Mermaiding ist nur etwas für geübte Schwimmerinnen und Schwimmer», sagt etwa Markus Eschbach von der Badi in Laufenburg, «das Kostüm ist keine Schwimmhilfe.»

Dem pflichtet Veronika Preiser bei. «Beim Schwimmen im Meerjungfrauenkostüm braucht es andere Bewegungen und man taucht viel mehr», sagt sie. Deshalb empfiehlt sie, zumindest einen Schnupperkurs zu absolvieren. Patrick Peter führt noch einen anderen Aspekt ins Feld: «Die Monoflossen könnten auch ein Verletzungsrisiko für andere Badegäste darstellen, wenn im Schwimmbad viel Betrieb herrscht.» Deshalb behalte er sich vor, situativ zu entscheiden und das Mermaiding auch mal für ein paar Stunden zu verbieten.

Nadja Peter kennt die Bedenken. Auch sie betont deshalb: «Im Meerjungfrauenkostüm sollte nur schwimmen, wer sich ohne Kostüm im tiefen Wasser alleine sicher fühlt.»

Das Problem mit den Unterhosen

Nicht wegen der Sicherheit, sondern aus hygienischen Gründen ist den Fricktaler Badmeistern ein anderer «Trend» ein Dorn im Auge: Sie kämpfen weiterhin dagegen an, dass die Badegäste unter den Bade-Shorts Unterhosen tragen. «Das ist bei uns verboten», sagt etwa Willy Vogt, Geschäftsführer des Kuba Freizeitcenters in Rheinfelden.

Er stellt fest, dass auch Erwachsene gegen das Verbot verstossen. Und er gibt zu: «Es ist nicht immer einfach, das Verbot zu kontrollieren und es durchzusetzen.» Auch in Sisseln und Laufenburg sind Unterhosen unter den Badehosen verboten. Markus Eschbach fügt neben den hygienischen noch weitere Gründe an. «Auch wenn wir unser Badewasser nur schwach bechloren, kann das Chlor Baumwollstoff angreifen oder zersetzen.» Dadurch werde die Wasserqualität belastet.