Circus Monti
Maya sorgt im Circus Monti für volle Artistenbäuche

Die 22-jährige Maya Leimgruber aus Wölflinswil kocht auf Achse. Acht Monate lang wird sie mit dem Circus Monti unterwegs sein. Das rastlose Leben stört die Köchin überhaupt nicht.

Florian Binder
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Maya Leimgruber im Küchenwagen des Circus Monti.

Maya Leimgruber im Küchenwagen des Circus Monti.

Florian Binder

Der Circus Monti geht dieses Jahr schon zum 30. Mal auf Tournee durch die Deutschschweiz und hält dabei auch in Frick. Am 6. und 7. Mai präsentiert der Zirkus hier dem Publikum sein neues Programm «Bonjour la vie!» Ein 23-köpfiges Artistenteam geht darin dem Geist der Bohème nach und stellt Szenen aus dem Leben von Literaten, Musikern und Künstlern dar.

Eine der rund 60 Personen, die zum reibungslosen Ablauf des Programms beitragen, selber aber nicht als Artisten im Rampenlicht stehen, ist die 22-jährige Maya Leimgruber aus Wölflinswil. Ihr Arbeitsplatz ist der zweiachsige Wagen Nr. 2, einer jener gepflegten weissen Anhänger mit dem aufgemalten roten Schriftzug «Monti», die die Ebnet in Beschlag genommen haben. Vor dem Wagen stehen verschiedene Töpfe in einer Reihe aufgestellt, die Kräuter darin scheinen sich hungrig dem Sonnenlicht entgegenzustrecken.

Im Wagen Nr. 2 befindet sich die Küche des Zirkus, in der Maya zusammen mit ihrer Kollegin Anna Bühlmann 40 der 60 Mitarbeitenden bekocht. Maya steht mit umgebundener blauer Schürze vor dem Schneidbrett und schneidet geschälte Rüebli in dünne Scheiben und stellt diese in einem Sieb zur Seite. Ein hoher Kochtopf ist zu sehen, der darin angelehnte hölzerne Stiel eines Kochlöffels schaut heraus.

Heute kochen die beiden Frauen für die «Montianer» Hackbraten mit Kartoffelstock und Rüebli, für die Vegetarier wird es Linsenburger geben. «Ich liebe die abwechslungsreiche Arbeit hier im Zirkus», sagt Maya Leimgruber, die ihre Lehre als Köchin im Restaurant «Post» in Bözen absolviert hat.

«Nach getaner Arbeit in der Küche helfe ich auch in anderen Bereichen mit und unterstütze das Team beim Abbau der Zelte.» Doch nicht nur das: «Ich fahre während des Transports auch Traktor, helfe an der Bar aus und stehe beim Einlass. So wird es mir sicher nie langweilig», sagt sie lachend.

Für acht Monate wird die junge Frau nun mitreisen und arbeiten. Und immer wieder an neuen Orten aufwachen. Der nächste Halt ist Arlesheim, dann Rheinfelden (13./14. Mai). Vorher waren die Zirkusleute in Suhr. Ein rastloses Leben also, doch für die Köchin kein Problem, denn: «Ich liebe das Umherziehen», wie sie im Gespräch vor dem Küchenwagen der Wagenstadt erzählt.

«Manchmal kann die Arbeit im Zirkus aber auch sehr anstrengend sein. Dann steht man noch spätnachts bei schlechtem Wetter auf nassen Wiesenplätzen und muss die Zelte abbauen», gibt Maya zu bedenken.

Sich müde schlafen legen kann sie danach im eigenen Wohnabteil, das ihr ein Bett und etwas Platz bietet. In ihrem Zimmer findet sie ein wenig Privatsphäre und kann sich ausruhen. Hellhörig sei es schon - im Wagen hat es noch vier weitere Zimmer – aber schön gemütlich und sie hätte dort alles, was sie zum Leben braucht. Sagt sie und verschwindet wieder im Küchenwagen, um das Mittagsessen für das sicherlich schon bald hungrige Zirkusteam fertig zu kochen.