Möhlin

«Matto» der Wahnsinn feiert Premiere

Patientin Wirz (Anaïs Gysin) und Patient Schül (Jakob Heinz) in ihrer verrückten Welt.Sabina Galbiati

Patientin Wirz (Anaïs Gysin) und Patient Schül (Jakob Heinz) in ihrer verrückten Welt.Sabina Galbiati

Regisseurin Christine Thurnheer inszeniert mit dem Lehrertheater Friedrich Glausers «Matto regiert». Das Kriminalstück «Matto» in der bearbeiteten Fassung von Renato Cavoli lässt die Grenzen zwischen vermeintlicher Normalität und Irrwitz zerfliessen.

Helles Sonnenlicht flutet den Saal. Die Irrenanstalt Randlingen wirkt wie in ein Idyll getaucht. Doch der Schein trügt! Patientin Wirz (Anaïs Gysin) und Patient Schül (Jakob Heinz) leben in ihrer eigenen, einer uns fremden Welt – der Welt der Verrückten.

Das Kriminalstück «Matto» in der bearbeiteten Fassung von Renato Cavoli lässt die Grenzen zwischen vermeintlicher Normalität und Irrwitz zerfliessen. Visuell aufgefangen von einem beweglichen Bühnenrahmen, der die Grenzen zwischen innen und aussen nur erahnen lässt.

Regisseurin Christine Thurnheer erklärt: «Ein Theaterstück ist wie eine Schatztruhe, die man öffnet.» Thurnheer begleitet das Lehrertheater zum dritten Mal als Regisseurin. «‹Matto› birgt für mich zwei Schätze: Das ist die Auflösung des Mordfalls, der die Spannung erzeugt, und es ist gleichzeitig der Perspektivenwechsel, den der Zuschauer miterlebt.»

Glausers Roman «Matto regiert» verarbeitet nicht nur einen Mordfall. Vielmehr stellt er ganz im Sinne des italienischen «Matto» für «verrückt» die Frage nach einer irrwitzigen Normalität.

«Wir wollten immer schon mal einen Krimi spielen, aber mit «Matto» haben wir ein Stück gefunden, das auch aktuelle Gesellschaftsfragen stellt», betont Thurnheer.

Die Irrenanstalt Randlingen in den Jahren des Zweiten Weltkrieges wirkt in manchem Moment humaner als die normale Welt, von der sie umgeben ist. So tauchen die Zuschauer gemeinsam mit Glausers bekanntester Figur, Wachtmeister Studer (Hans Nassi), der den Fall lösen wird, in eine ganz normale verrückte Welt ein.

Es gibt einige Premieren zu feiern

Die Proben laufen derzeit auf Hochtouren. Bereits am 25. August feiert «Matto» im Bata-Park Möhlin Premiere. «Wir haben dieses Jahr gleich mehrere Premieren», sagt Thurnheer. «Eine neue Lichtanlage ermöglicht uns erstmals viel mehr visuelle Spielereien.»

Zudem ist die Livemusik erstmals direkt ins Stück integriert. Bühne und Zuschauerbereich wurden im Vergleich zum letzten Jahr um 90 Grad gedreht. «Die Kulisse in der Mitte der längsgezogenen Halle ermöglicht allen Zuschauern ein freies Sichtfeld», versichert Thurnheer.

Letztes Jahr war die freie Bühnensicht wegen dreier Säulen, die die Halle stützen, nicht allen Zuschauern vergönnt. «Das wird uns diese Saison kein zweites Mal passieren», versichert die Regisseurin.

Wer sich auf die verschrobene Welt Glausers einlassen will, dem empfiehlt die Regisseurin den Film «Glauser, das bewegte Leben des grossen Schriftstellers» von Christoph Kühn. «Wer den Film gesehen hat, wird die Welt des Autors besser verstehen und das Theaterstück mit erweitertem Blick sehen», ist Christine Thurnheer überzeugt.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1