Laufenburg

Mattermania spielt in Aargauer Quartierstrassen und Innenhöfen auf

Gabriel Kramer mit Mattermania bei einem Auftritt am Sonntag in einem Wohnquartier in Aarau.

Gabriel Kramer mit Mattermania bei einem Auftritt am Sonntag in einem Wohnquartier in Aarau.

Gabriel Kramer macht aus der Not eine Tugend: Weil die Menschen nicht zu ihm an ein Konzert kommen können, geht er zu den Leuten. Bereits sechs Auftritte kamen so zusammen.

«Es war ein Super-Gefühl», schwärmt Gabriel Kramer. Nach fast zwei Monaten ohne Auftritt spielte der Laufenburger am Sonntag mit Mattermania «endlich wieder einmal live» auf. Nicht auf einer Bühne, das ist Corona-bedingt bis auf weiteres verboten, aber in Innenhöfen von Aargauer Wohnsiedlungen.

Und das kam so: Kramer, für den die Bühne sprichwörtlich die Welt bedeutet, suchte einen Weg, die Menschen trotz Coronakrise mit seiner Musik zu erreichen. «Nicht ab Konserve, sondern live.» Weil er die Auftritte vermisst – und weil er den Menschen in der schweren Zeit etwas Leichtigkeit geben will.

Also kam ihm die Idee der Innenhof-Konzerte, bei denen er in Quartieren aufspielt und die Menschen auf ihren Terrassen und Balkonen zuhören. Nach einem Artikel in der AZ meldeten sich mehrere Gastgeber bei ihm und so kamen am Sonntagnachmittag die ersten sechs Auftritte im Fricktal und der Region Aarau zusammen.

Überall Begeisterung

«Für uns war es ein Kaltstart», blickt Kramer zurück – ein Kaltstart, bei dem den drei Musikern und den im Schnitt 60 Zuhörern schnell warm wurde. Speziell waren nicht nur die Bühnen – Quartierstrassen und Innenhöfe –, speziell waren auch die Distanzen. «Die Zuhörer waren zum Teil 150 bis 200 Meter weg», erzählt er. Das ist sich Kramer sonst nicht gewohnt; seine Programme leben von der Nähe zwischen Künstler und Publikum. «Aber es klappte gut.»

Viele der Zuschauer hatten es sich auf ihren Balkonen gemütlich gemacht, einige auf ihren Sitzplätzen, andere sassen auf der Strasse. «Manche zügelten kurzerhand ihr Sofa ins Freie», erzählt Kramer. Die Abstandsvorschriften des Bundes, das betont Kramer, seien dabei stets gut eingehalten worden.

Mattermania, die in leicht veränderter Formation auftrat, spielte pro Ort rund dreiviertel Stunden auf. Der erste Gig ging um 11.30 Uhr in Kaisten über die Strasse, der letzte endete um 19 Uhr in Erlinsbach. «Das war ein rechter Lauf», sagt Kramer. Viereinhalb Stunden reine Spielzeit «haben wir nicht allzu oft». Überall erlebte die Band dabei dasselbe Bild: «Die Leute waren begeistert und gingen voll mit», freut sich Kramer. Man habe gespürt, dass die Menschen sich nach einem normalen Alltag sehnen.

Eine Gage verlangte Mattermania für die Auftritte nicht. «Wir machten nach den Auftritten eine Hutkollekte», so Kramer. Dabei sei ein schöner Batzen zusammengekommen, freut er sich über die Anerkennung der Zuhörer.

Weitere Innenhof-Touren sind geplant

Für Kramer ist nach dem Wochenende klar: «Wir machen mit diesem Format weiter.» Einige Anfragen sind noch hängig, neue sind unter mattermania@gmx.ch willkommen. «Schön wäre es, wenn wir nochmals so wie am Sonntag durch den Aargau touren könnten», sagt Kramer.

Ob er dabei mit Mattermania oder einer der anderen Formationen, in denen er mitspielt, auf die nächste Innenhof-Tour geht, lässt er offen. «Das hängt von den Vorstellungen der Gastgeber ab.» Diesmal haben die meisten ein familientaugliches Programm gewünscht, liessen es aber Kramer offen, mit welcher Formation er kommt. «Mattermania lag da auf der Hand», sagt Kramer.

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