Fricktal

Massive Schäden durch Wildschweine — die Tiere sind auf Futtersuche

Die Wildschweine suchten sich in den letzten Monaten Nahrung im Wiesland und richteten Schäden an.

Die Wildschweine suchten sich in den letzten Monaten Nahrung im Wiesland und richteten Schäden an.

Wildschweine haben in den letzten Monaten massive Schäden auf dem Wiesland hinterlassen. 151000 Franken Schaden bis November und die Winterschäden sind noch nicht geschätzt. Die Tiere waren auf Nahrungssuche ausserhalb des Waldes.

In den letzten Monaten waren im Fricktal die Wildschweine aktiv und sorgten für viele Schäden an Wiesland. «Es gab massive Schäden», sagt Hansruedi Apolloni, Schadenabschätzer und -experte im Bezirk Rheinfelden. Und sein Amtskollege im Bezirk Laufenburg, Bruno Stäuble, ergänzt: «Die Monate November und Dezember waren schlimm.» Im Januar habe sich die Lage zwar etwas beruhigt, doch: «Es gab sicherlich deutlich mehr Schäden als im letzten Winter.»

Schon im Herbst habe sich diese Entwicklung abgezeichnet, so Apolloni. Die Wildschwein-Population in der Region habe sich in den Jahren 2015 und 2016 vergrössert, so Apolloni. Dies seien sogenannte «Mastjahre» gewesen. «Es gab sehr viele Eicheln und Bucheckern im Wald.» 2017 war dies nicht mehr der Fall. «Es gab also mehr Wildschweine, aber weniger Futter im Wald.» Deshalb hätten die Schwarzkittel auf ihrer Nahrungssuche die Wälder öfter verlassen als im Vorjahr.

Rückgang bis November

Beziffern könne man die Anzahl der Wildschweine in den Wäldern nicht, sagt Reto Fischer von der kantonalen Sektion Jagd und Fischerei. Dafür lebten die Tiere zu versteckt und seien zu mobil. Aussagen über den Bestand seien «als grobe Annäherung» jeweils über die Abschusszahlen möglich.

Diese Erhebung ist für das Jahr 2017 allerdings noch nicht abgeschlossen. Doch auch Fischer sagt: «Es kann davon ausgegangen werden, dass in Jahren mit viel Nahrungsangebot und bei milder Witterung weniger Jungtiere sterben und ausgewachsene Wildschweine mehr Frischlinge zur Welt bringen.»

Bereits abgeschlossen sind dagegen die Erhebungen zu den Schadenssummen. Im gesamten Fricktal richteten Wildschweine im Jahr 2017 einen Schaden von rund 151 000 Franken. 80 000 Franken davon entfallen auf den Bezirk Laufenburg, 71 000 Franken auf den Bezirk Rheinfelden.

Diese Zahlen liegen unter den Werten von 2016, als im Bezirk Laufenburg 118 000 Franken und im Bezirk Rheinfelden 81 000 Franken Schaden zusammenkamen. Die Hotspots befanden sich in den Jagdrevieren Frick (12 200 Franken Schaden) und Schupfart (11 500 Franken Schaden).

Allerdings: Die massiven Winterschäden sind in dieser Summe noch nicht eingerechnet. «Wir schätzen Schäden jeweils bis Anfang November ab», erklärt Bruno Stäuble. Da in den Wintermonaten die Schäden am Wiesland nicht instand gestellt werden können, erfolgen die nächsten Schätzungen erst wieder ab März.

Hansruedi Apolloni hat im unteren Fricktal bereits einige Winterschäden gesehen. Schupfart, Hellikon oder Möhlin seien betroffen, sagt er. «Das sind sicherlich nochmals Schäden in der Höhe von mehreren Tausend Franken.»

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