Oberhof

Marktfahrer Rolf Senger trotzt der Coronakrise – aber Online fehlt ihm die Nähe

Danach sehnt sich Rolf Senger: Auf einem Markt zu stehen.

Danach sehnt sich Rolf Senger: Auf einem Markt zu stehen.

Seine Shows sind in der Region bekannt und von grossem Unterhaltungswert. Seitdem der Bundesrat beschlossen hat, alle Schweizer Märkte zu schliessen, darf Rolf Senger, Marktfahrer aus Oberhof, nicht mehr in seinem Element sein.

«Jetzt bin ich schon seit 20 Jahren in dem Geschäft, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt», sagt Senger. Bekannt ist er für seine Küchenreiben und Gemüsehobel, die er unter anderem auch auf dem Fricker Markt feilbietet. «Ich bin aber in der ganzen Schweiz präsent.»

Noch positiv ins Jahr 2020 sah Senger im Februar. «Ich hatte gerade eine neue Generalvertretung übernommen, im Bereich Autoversiegelung und war der Meinung, dass das ein richtig gutes Jahr für mich sein wird», berichtet er. Doch dann kam Corona und die Schliessung der Märkte seit Mitte März.

Corona-Entschädigung und mehr Absatz via eigenem Webshop helfen Senger über die harte Zeit hinweg. Er sagt: «Ich verkaufe jetzt mehr online, aber die Einbrüche durch die wegfallenden Märkte kann das natürlich bei weitem nicht ausgleichen.» Senger: «Mein Geschäft lebt von der persönlichen Präsentation. Wenn ich nicht draussen etwas vorführen, nahe an den Leuten sein kann, mache ich auch wenig Umsatz.»

Vorführvideos auf eigenem Youtube-Kanal

Die Zwangspause seit Mitte März hat er genutzt, um schon lange gehegte Projekte umzusetzen. Ein eigener Youtube-Kanal, für den er in den vergangenen Wochen Videos produziert hat, gehört dazu. Entstanden sind diese in Sengers Warenlager. «Mir wäre natürlich lieber, sie wären unter Live-Bedingungen aufgenommen worden, mit Publikum drauf», bekennt er. Aber die Werbung greife auch so. Die Zahl der Bestellungen ziehe an. Um die Clips zu produzieren, musste er zumindest niemanden eigens engagieren: «Das hat mich kein Geld, sondern nur Zeit gekostet, aber davon habe ich ja jetzt auch genug.» Erfahrung im Fernsehbereich und im Videoschnitt bringe er mit, berichtet der Markfahrer, der sein Unternehmen derzeit alleine führt.

Erstmals ein Youtube-Kanal, mehr Engagement im Online-­Marketing und mit www.markthaendler.online auch eine eigens für Schweizer Markfahrer in Coronazeiten eingerichtete Website – Rolf Senger legt während der Pandemie die Hände nicht in den Schoss. Und hofft auf baldige Wiedereröffnung von Märkten in der Schweiz: «Mit viel Glück kann ich im September wieder richtig arbeiten.»

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