Möhlin
Märchenhaftes im Gotteshaus – begleitet von orchestraler Musik

Ein besonderes Konzert erlebten die Besucher in der römisch-katholischen Kirche. Dort wurde am ersten Advnet die fast schon legendäre Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens präsentiert.

Ingrid Arndt
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Das Gotteshaus war stimmungsvoll und passend geschmückt. Ingrid Arndt

Das Gotteshaus war stimmungsvoll und passend geschmückt. Ingrid Arndt

Mit der in Musik gesetzten «Weihnachtsgeschichte» von Charles Dickens präsentierte das Orchester unter Leitung von Markus Tannenholz am Sonntagabend für Jung und Alt einen fantasievoll vorweihnachtlichen Hörgenuss. Stimmungsvoll dazu das Halbdunkel im Gotteshaus, viele kleine Laternen rundeten die Atmosphäre ab.

Die «Weihnachtsgeschichte» von Charles Dickens ist weltweit wohl die bekannteste, am 1. Advent wurde sie in einzelnen Kapiteln vorgelesen von Teddy Kirmess aus Binningen.

Die Musikgesellschaft umrahmte das märchenhaft mystische Geschehen mit Noten von Otto M. Schwarz, Philip Sparke und anderen, hatte dabei immer wunderschöne kleine Soli einzelner Register parat.

Arrangeur dieser Aufführung war Nick Schleuniger (Frick), der die passenden Musikstücke ausgesucht und mit der Geschichte zu einem Gesamtbild verbunden hat. Geheimnisvoll imposant die Melodie «Achnaton» von Jan Bosvelds zu Beginn, die das Publikum hinführte ins weihnachtliche London im Jahr 1836.

Dort lebt der hartherzige, vom Geiz zerfressene Ebenezer Scrooge. Für seine Mitmenschen und seinen Angestellten hat er nur ablehnende Geringschätzung übrig, er behandelt sie sehr schlecht, das Weihnachtsfest hält er für Zeit-und Geldverschwendung. Die Einladung seines armen Neffen zum Fest lehnt er kaltschnäuzig ab. Düster und ausdrucksstark dazu die Musik.

Pakt mit Weihnachtsgeistern

Als Scrooge vom Büro nach Hause geht, scheint ihm, dass der Türklopfer plötzlich das Gesicht seines verstorbenen Geschäftspartners Marley hat. Erschrocken verschliesst er das Haus gleich dreimal, dennoch geht die Tür auf und mit den klappernden Schritten eines Skeletts, fahlem Gesicht und von den Musikanten intonierten Kettengerassel kommt ebendieser Marley herein, gefesselt von Gier und Geiz, selbstgeschmiedet in seinem irdischen Leben.

Marley verkündet dem entsetzten Scrooge, dass er einem solchen Schicksal nur entgehen kann, wenn er bereit ist, mit den Weihnachtsgeistern der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft sein eigenes Leben zu besuchen.

So fliegt er dorthin, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte, stürmisch kraftvoll dazu die Musik, dynamisch zart seine erste Liebe. Nachdenklichkeit kommt auf, als langsam Gier in seine Augen kam, aufgerüttelt betrachtet er danach sein gegenwärtiges Dasein.

Ausgeschlossen ist er von der weihnachtlichen Vorfreude anderer Menschen, musste dagegen mit ansehen, wie der kleine Sohn seines von ihm schlecht entlohnten Angestellten immer kränker wurde, weil der Vater den Arzt nicht bezahlen kann.

«The Call of Christmas» von Wim Stalman umrahmt emotional aufrüttelnd das Geschehen. Scrooge sieht die ganze Erbärmlichkeit seines kaltherzigen Lebens, sein mögliches, trostloses Ende.

Und beschliesst, alles komplett zu verändern. Zart melodisch die besinnlichen Noten, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft sind zukünftig seine Begleiter. Festlich hoffnungsfroh dazu das Stück «Lichtblicke» von Kurt Gäble. Die Zuhörer bedankten sich für diese Aufführung mit stehenden Ovationen.

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