Fricktal
«Man riecht, ob viel gefeuert wurde...»

Der Aargauer Kaminfegerverband hat die Weisung zur Kontrolle von Holzfeuerungsanlagen überarbeitet. Der Kontrollintervall für selten benutzte Cheminées ist auf bis zu 10 Jahre ausgedient worden.

Walter Christen
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Wird ein Cheminée selten benützt, kann der Kontrollzeitpunkt auf bis zu 10 Jahre ausgedehnt werden.chr

Wird ein Cheminée selten benützt, kann der Kontrollzeitpunkt auf bis zu 10 Jahre ausgedehnt werden.chr

Längst nicht in allen Cheminées und Schwedenöfen wird gefeuert, bis die Kamine glühen.

In vielen Häusern, in denen kleinere Holzfeuerungsanlagen eingebaut sind, bleiben die Ofenrohre zum Teil sehr lange kalt. Doch die obligatorische Kontrolle beziehungsweise die Reinigung musste bisher trotzdem im Rhythmus von 2 Jahren durchgeführt werden. Doch das ist jetzt vorbei.

Kanton hat Weisung überarbeitet

In Zusammenarbeit mit dem Aargauer Kaminfegermeisterverband und der Aargauer Gemeindeammännervereinigung hat das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) die Weisung zur Kontrolle von kleinen Holzfeuerungsanlagen überarbeitet.

Wesentlichste Neuerung ist die Ausdehnung des Kontrollintervalls für selten benutzte Feuerungen und Cheminées auf bis zu 10 Jahre.

Die neue Regelung gilt seit dem 1. Februar und wird von Kaminfegern als Vereinfachung angesehen.

«Wir sind froh um die Lockerung der Weisung. Ich habe mich ursprünglich für ein Intervall von 6 Jahren ausgesprochen, der Kanton hat jetzt die Frist sogar auf bis 10 Jahre erhöht», erfuhr die Aargauer Zeitung von Kaminfegermeister Markus Hollenstein aus Kaisten.

Das Bundesamt für Umwelt schätzt, dass 16 Prozent des jährlich in der Schweiz emittierten Feinstaubs aus Holzfeuerungen stammen, wobei es sich um 60 000 bis 70 000 sogenannt kleine Holzfeuerungsanlagen (Öfen und Cheminées mit einer Wärmeleistung bis 70 Kilowatt) handelt.

Die kontinuierliche Ermittlung des Feinstaubs (PM10), zum Beispiel in der Luftmessstation Sisseln, zeigt, dass sich dieser Anteil im Winterhalbjahr auf bis zu 75 Prozent erhöhen kann. Es spielt dabei aber die Wetterlage und die Region eine Rolle.

Gemeinden sind verantwortlich

Für die Kontrolle der kleinen Holzfeuerungen sind die Gemeinden verantwortlich. Um die Überprüfung der Feuerungen noch kundenfreundlicher zu gestalten, ist also die Weisung zur Kontrolle aus dem Jahr 2009 überarbeitet und das Kontrollintervall auf bis zu 10 Jahre ausgedehnt worden.

Neu müssen auch die Brennstofflager nur noch bei Verdacht auf Verwendung von unzulässigem Brennstoff kontrolliert werden. Unverändert steht hingegen die Beratung der Bevölkerung im Zentrum.

Denn wer richtig feuert, betonen das BVU und der Kaminfegermeisterverband, kann einen Beitrag zur Halbierung der Feinstaubemissionen leisten. Und wer zusätzlich den richtigen Brennstoff verwendet, tut etwas für den Klima- und Umweltschutz.

«Mühsam, Termine abzumachen»

In der Region Laufenburg ist der Kaister Kaminfegermeister Markus Hollenstein zuständig für 14 Gemeinden und Ortsteile. Kleinere Holzfeuerungsanlagen überprüft er gewöhnlich selber per Augenschein.

Er tut dies seit 1991 und weiss die seit dem 1. Februar geltende Verlängerung der Intervallzeit zu schätzen: «Heutzutage ist ja an den meisten Orten tagsüber niemand im Haus. Da ist es zum Teil sehr mühsam, die Termine abzumachen, weshalb oftmals viel Zeit verstreicht, bis man am Schluss überall die vorgeschriebenen Kontrollen durchgeführt hat.»

Im unteren Fricktal betreut der Kaminfegermeister Hugo Wiederkehr aus Möhlin Heizungsanlagen in 5 Gemeinden. Er verlässt sich bei den Kontrollen auf die Angaben seiner Kunden und stellt fest: «Man riecht, ob viel gefeuert wurde. . .»

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