Zeiningen

Mammutprojekt beendet: Hochwasserschutz im Möhlintal mit Festakt abgeschlossen

In Zeinigen trafen sich die Projektpartner Hochwasserschutz, um den Abschluss ihres Projekts zu feiern. Dahin radelten sie mit den Velos – trotz Hitze und am Ende auch noch Regen. Es lohnte sich.

Für den Hochwasserschutz im Möhlintal schwangen sich die Projektpartner in den Velosattel. Sie trampten bei sommerlicher Hitze in die Pedale, gerieten am Ende der Tour noch in den ­Regen.

All das, um sich vor Ort zu vergewissern: Wir haben ein Mammutprojekt erfolgreich beendet, eines, das so immens ist, dass man es mit dem Velo abfahren muss: 13,2 Millionen Franken schwer, mit Bund, Kanton und Gemeinden als Partner, ein Meilenstein für die Zukunft, ein Jahrhundertwerk.

Die Projektverantwortlichen vom Abwasserverband Region Möhlin, dem Bauherrn, hatten zur Einweihung am Freitag am Blockhaus Zeiningen eine originelle Idee: Regierungsrat Stephan Attiger und Verbandspräsident Lukas Fässler hätten zur Einweihung Fische in den Möhlinbach setzen sollen. Doch der Klimawandel machte einen Strich durch die Rechnung: Das Bachwasser sei zu warm für die Aktion, hiess es. So begossen die beiden eine Stieleiche, die eigens zum Anlass im Uferbereich neu gesetzt wurde.

Beim Festakt wirkt der Möhlinbach so, als könnte er kein Wässerchen trüben. Friedlich und sanft plätschert er über die neugestalteten Kaskaden. Es hat den Anschein, als würde ihm sein neues Bachbett gefallen. Kaum vorstellbar, dass aus ihm auch mal ein reissender Strom werden und er die fünf Anrainergemeinden Wegenstetten, Hellikon, Zuzgen, Zeiningen und Möhlin unter Wasser setzen könnte – wie bei einem 100-jährlichen Hochwasser.

Und um vor einer Überschwemmung dieser Kategorie geschützt zu sein, wurde das Projekt 2006 aufgegleist. «Was lange währt, wird endlich gut. Nach 14 Jahren, nach der Erledigung von 50 Projekteinwendungen und mehr als 500 Begehungen mit Bachanstössern vor Ort können wir nun ein gelungenes Bauwerk einweihen», sagte Fässler.

Widerstand gegen Brückenabriss in Wegenstetten

War der Bau zweier Rückhaltebecken in Zeiningen und Zuzgen 2015/16 noch vergleichsweise unumstritten, riefen die Einzelprojekte in den fünf Gemeinden zum Teil massive Widerstände hervor. 273 Petitionäre wehrten sich allein in Wegenstetten dagegen, dass die letzte Steinbogen-Brücke im Dorf dem Projekt weichen muss – mit Erfolg. «Wie immer bei so grossen Projekten mussten wir viele teilweise entgegengesetzte Anliegen berücksichtigen. Dank Kompromissen konnte jedoch ein Projekt umgesetzt werden, das allen Zielen gerecht wird», sagte Attiger. In erster Linie diene das Millionenprojekt dem Hochwasserschutz, unterstrich der Regierungsrat. Nicht minder wichtige Ziele seien die ökologische Aufwertung des Möhlinbaches sowie dessen verbesserte Fischgängigkeit, die auch die Wiederansiedlung des Lachses ermöglichen solle.

Fische können den 16 Kilometer langen Möhlinbach jetzt dank fünf eingebauter Blockrampen von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein durchschwimmen.

«Wir bemerkten, dass wir dafür weit mehr Material brauchten», berichtete Projektleiter Roger Winter. Das, höhere Deponiegebühren für das Aushubmaterial sowie die Kosten dafür, unerwartet viele Zuleitungen im Bachbereich zu entfernen, liessen laut Winter die Projektkosten um rund 1,5 Millionen Franken steigen. «Wie viel es am Ende wirklich kostet, werden wir sehen. Die Schlussrechnung steht noch aus.» Kein Wunder – bei einem solchen Megaprojekt.

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