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Luchse nicht artgerecht gehalten: Veterinäramt büsst die Tierhalter

Luchs «Melodie» lebt seit Kurzem in Rotzel.

Luchs «Melodie» lebt seit Kurzem in Rotzel.

Eine Schweizerin und ihr deutscher Lebensgefährte haben einen Luchs in einem Privatgehege bei Laufenburg untergebracht, ein zweiter soll folgen. Das Veterinäramt hat sie nichtsdestotrotz wegen nicht artgerechter Haltung im bisherigen Käfig gebüsst.

Seit Mittwoch lebt ein Luchs im Laufenburger Stadtteil Rotzel. Ein weiteres Exemplar soll nachkommen. Ob die Luchse dauerhaft in dem auf einem Privatgrundstück erbauten Gehege bleiben werden, ist ungewiss. Denn die Halter liegen im Streit mit dem Veterinäramt. Dieses hat ihnen eine Strafe über 1000 Euro wegen nicht artgerechter Haltung aufgebrummt.

Das Veterinäramt beanstandet nicht das sechs Mal acht Meter grosse Rotzeler Drahtgehege. Stein des Anstosses war die Unterbringung in einem Leopardenkäfig in Lauchringen. Dort lebten die nach dem Umzug der Halterin von der Schweiz nach Deutschland Anfang September eingeführten Tiere übergangsweise bis zur Fertigstellung des Geheges in Rotzel. Der Leopardenkäfig, so das Veterinäramt, sei für die beiden Luchse nicht artgerecht.

Bussgeldbescheid angefochten

«Wir konnten die Luchse nicht nach Rotzel bringen, da uns die schriftliche Baubewilligung für das Drahtgehege nicht vorlag», sagen die Besitzerin und ihr deutscher Lebensgefährte. Dass beide Tiere in dem Leopardenkäfig leben mussten, dazu hätten nicht zuletzt die Behörden beigetragen. Denn die vom Baurechtsamt am 17. Oktober ausgefertigte Genehmigung für den Bau des Geheges in Rotzel wurde erst am 7. November zugestellt.

Gleichzeitig verlangte ebenfalls am 17. Oktober das Veterinäramt von den Besitzern eine artgerechte Unterbringung der Luchse bis spätestens 4. November. Die behördliche Fristsetzung erreichte die Halter aber erst am 12. November. Deshalb weigern sie sich nun, das Bussgeld zu bezahlen, und haben dagegen beim Regierungspräsidium in Freiburg Widerspruch eingelegt.

«Wir fühlen uns schickaniert»

Die Halter sagen, sie hätten wegen der späten Zustellung keine Chance gehabt, rechtzeitig zu reagieren. «Wir fühlen uns von den deutschen Behörden, besonders vom Veterinäramt schikaniert!»

Wie die beiden Pressesprecher des Landratsamtes Waldshut-Tiengen, Jürgen Glocker und Michael Swientek, versicherten, überprüfe die Behörde die Angelegenheit. Ausserdem sei ein Ortstermin des Baurechtsamtes vorgesehen, bei der das Drahtgehege abgenommen werden soll.

Ob bei positivem Ausgang die Bussgeldbescheide aufgehoben werden, konnte die Pressestelle nicht versprechen. Wohin die Luchse gebracht werden, falls das Drahtgehege vom Baurechtsamt nicht abgenommen wird, wissen die Besitzer noch nicht.

Die bis dorthin in einem Gehege in der Schweiz lebenden Luchse waren im September über das Hauptzollamt in Weil eingeführt worden. Eine gültige Einfuhrbewilligung des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn lag vor.

Laut mündlicher Zusage des deutschen Zolles in Weil, sei kein Gesundheitszeugnis erforderlich, sagen die Halter. Doch genau dessen Fehlen bemängelte später das Veterinäramt. Auch der Ort der Unterbringung war in der Einfuhrbewilligung nicht festgeschrieben.

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