Fricktal
Lösen Chip oder App bald das Stempeln ab?

Schweizer Einkaufstouristen sollen sich die Mehrwertsteuer bald einfacher rückerstatten lassen können.

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Bald könnte das Verfahren zur Mehrwertsteuerrückerstattung automatisiert werden.

Bald könnte das Verfahren zur Mehrwertsteuerrückerstattung automatisiert werden.

KEYSTONE

Man kann es gut finden oder nicht: Einkaufstourismus ist nach wie vor eine Tatsache. Und die allermeisten Schweizer Einkaufstouristen holen sich mit dem «grünen Zettel» die Mehrwertsteuer zurück. Dieses Jahr wurden bis und mit September im Landkreis Waldshut insgesamt 3,9 Millionen Ausfuhrkassenzettel erfasst, im Bezirk des Hauptzollamts Lörrach sind des 3,76 Millionen. Damit ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr feststellbar.

Laut Harald Bennesch vom Hauptzollamt Lörrach, das für den Grenzübergang Rheinfelden zuständig ist, wurden 2013 im Zeitraum von Januar bis September fast eine halbe Million Ausfuhrkassenzettel weniger registriert. Im Landkreis Waldshut – zu diesem gehören die Grenzübergänge in Laufenburg und Bad Säckingen - ist die Steigerung noch deutlicher. Rund 660 000 Ausfuhrzettel mehr hat man in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres registriert.

Verkehrsbehinderungen am Zoll

Dies kann bei den Zollübergängen in den Stosszeiten zu Stau und Parkplatzmangel führen, wenn die zahlreiche Schweizer wollen bei der Rückreise ihre «grünen Zettel» an der Abfertigungsstelle abstempeln lassen. In Laufenburg etwa. «Freitags und samstags kann es am Zollamt Laufenburg zu Verkehrsbehinderungen kommen», bestätigt das zuständige Hauptzollamt Singen. Rheinaufwärts in Küssaberg etwa, stellt sich die Situation noch schlimmer dar, wie der «Südkurier» berichtete. In Säckingen und Rheinfelden sind den Verantwortlichen dagegen keine Probleme bekannt. Möglicherweise gibt es aber bald Abhilfe gegen die Verkehrsbehinderungen durch Schweizer Einkaufstouristen an den deutschen Grenzübergängen. Eine Abfertigungsstelle müsse unmittelbar bei der Grenze sein, sagte Wilhelm Bruns, Präsident der Bundesfinanzdirektion Südwest, dem «Südkurier». Eine dauerhafte Lösung für das Problem wäre laut Bruns deshalb nur die Automatisierung des Rückerstattungs-Verfahrens – und dies strebt die Bundesfinanzdirektion derzeit an.

Automatisierung angestrebt

Für die Kunden hiesse das: Kein umständliches Ausfüllen von Formularen, keine Wartezeiten in Geschäften, keine Parkplatzsuche und kein Anstehen am Zoll, weil das Abstempeln der «Zollzettel» an der Grenze entfällt.

Das Projekt der Bundesfinanzdirektion steckt quasi noch in Kinderschuhen. Wann die «grünen Zettel» ausgedient haben, ist also noch nicht absehbar. Derzeit geht es um die Frage, mit welchem System die Automatisierung realisiert werden könnte. Eine Unternehmer-Arbeitsgemeinschaft aus Waldshut-Tiengen und Zürich hat eines der Systeme entwickelt, das Einkaufstouristen vielleicht in Zukunft das Leben einfacher macht. Man nutzt das System entweder mittels Smartphone-App oder mithilfe eines kleinen Datenträgers, der beispielsweise am Schlüsselbund getragen wird. Beim Einkaufen im deutschen Laden wird das Mehrwertsteuer-Guthaben des Schweizer Kunden auf diesem Datenträger registriert. Bei der Rückfahrt hält der Kunde den Datenträger an einen Automaten beim Zoll – ähnlich, wie man es heute schon in Parkhäusern macht.

Zöllner führen Stichprobenkontrollen durch, um zu prüfen, ob der Kunde die ermässigte Ware auch wirklich bei sich hat. Wenn der Kunde das nächste Mal in Deutschland einkauft, zeigt er den Datenträger an der Kasse vor, um sich sein Mehrwertsteuerguthaben anrechnen oder auszahlen zu lassen. (nro/mf)

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