Fricktal

Live-Stream aus der Storchen-Kinderstube

Gefrässig: Jungtiere in der Storchenstation Möhlin werden gefüttert. (Screenshot)

Gefrässig: Jungtiere in der Storchenstation Möhlin werden gefüttert. (Screenshot)

In Möhlin ist nun eine andere Storchenfamilie Webcam-Star. In Kaiseraugst bangt derweil Urs Wullschleger um den Nachwuchs.

Es war ein trauriges Bild, das vor zwei Wochen via Webcam der Storchenstation Möhlin in die Stuben der Storchenfreunde flimmerte: Die Storchenmutter steht etwas verloren auf dem Horst, schaut immer wieder hinein. Doch da ist niemand mehr, die Storchenjungen sind tot – dem kalt-nassen Wetter zum Opfer gefallen. Die Storchenstation hat reagiert und den Standort der Webcam gewechselt, sodass die Jungmannschaft im Horst «Zaire» online beobachtet werden kann. «Die drei jungen Störche halten ihre Eltern ganz schön auf Trab», schreibt die Storchenstation dazu auf Facebook. Ein Blick auf die Webcam-Bilder bestätigt dies. Die drei Jungstörche sind aktiv, – und überaus hungrig.

Auch in Kaiseraugst hatte Storchenvater Urs Wullschleger vorletzte Woche um den Nachwuchs gebangt. Das nasskalte Wetter habe den Jungtieren arg zugesetzt, sagte der Kaiseraugster Storchenvater damals zur AZ. Besonders wichtig waren ihm die Jungtiere auf der Platane beim Schulhaus, denn eine Lehrerin beteiligte sich mit ihrer Klasse am Programm Storchenforscher von Storch Schweiz. «Die Schüler sind begeistert dabei», sagte Wullschleger letzte Woche zur AZ. Sie würden schon sehnlichst darauf warten, dass die Störche beringt werden – und sie ihnen Namen geben können.

Daraus wird nun zumindest grösstenteils nichts. «Drei der vier Jungstörche auf dem Platanen-Horst sind tot», sagte Wullschleger gestern am Telefon; er hat von seiner Wohnung aus einen freien Blick auf den Horst. Die Betroffenheit hört man ihm an. Er habe eben die Lehrerin informiert und diese werde die traurige Nachricht den Schülern überbringen. «Das wird sie treffen», ist er überzeugt. Wullschleger hofft, dass zumindest der eine Jungstorch überlebt. «Sicher ist das nicht», sagt er, gerade die heftigen Niederschläge vom Montag bereiten ihm Bauchweh. «Ende Woche wissen wir mehr», so Wullschleger, der weiss: Die Natur hat ihre eigenen Gesetze.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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