Seit nunmehr 25 Jahren pflegen das schweizerische Frick und das deutsche Frickingen eine partnerschaftliche Gemeindebeziehung. Die grenzüberschreitende Partnerschaft wurde gar am 28. Oktober 1989 mit der Unterzeichnung einer Urkunde besiegelt.

Das auf dem Papier schriftlich definierte Freundschaftsabkommen haben die Fricker und Frickinger in den zurückliegenden Jahren aktiv umgesetzt. Besuche in beide Richtungen sind zu einer lieb gewonnenen Tradition geworden. Und auch der regelmässige Informationsaustausch unter den fast gleichnamigen Gemeinden lässt kaum zu wünschen übrig.

Gerne werden auch immer wieder Dorffeste dazu verwendet, um auf die Gemeindefreundschaft über die Grenzen hinweg aufmerksam zu machen. Vom 29. bis 31. August findet in Frick das Dorf- und Kantonalgesangsfest statt. Selbstverständlich wird Frickingen ebenfalls mit einem grossen Zelt auf dem Widenplatz präsent sein.

Für einen wahrhaft hör- und sehstarken grenzüberschreitenden Kunstgenuss setzen sich bereits seit einiger Zeit Gudrun Stauffer, Kulturfachfrau aus Frick und von deutscher Seite Dodo Wartmann, Vorstandsmitglied von LiLiVe (Linzgau Literatur Verein) ein.

Die beiden Frauen organisieren während des Dorffestes in den Räumen der Jade-Galerie an der Fricker Hauptstrasse ein Literaturcafe mit zahlreichen Autoren - darunter auch Eva Hesse, die Enkeltochter von Hermann Hesse und Edith Schweizer-Völker, Basel, eine bekannte Reisejournalistin und -schriftstellerin, um nur einige Wenige zu nennen.

Fast ein Heimspiel

Über 30 Jahre hat René Sommer mit unendlicher Sanftheit zu den Lernenden und grossem, wenn nötig hartnäckigen Einsatz bei den kantonalen Stellen, die Heilpädagogische Schule in Frick geleitet. So intensiv wie das Schulleiteramt, so intensiv ist auch Sommers Leidenschaft für die Schriftstellerei.

Beide Aufgaben in dem ihnen zustehenden Masse wahrnehmen zu können, war eine schiere Unmöglichkeit. Und so hat sich René Sommer dazu entschieden, mit dem neuen Schuljahr nicht mehr als Schulleiter zur Verfügung zu stehen.

Er widmet sich nun ganz und gar der schriftstellerischen Aufgabe mit all den dazugehörenden Lesungen und Seminaren. 25 Bücher sind von ihm bereits auf dem Markt. Im Literatur-Cafe wird er von seiner satirischen Seite zu erleben sein.

René Sommer und Eva Hesse sind zwei der insgesamt fünfzehn Autoren, die in kurzen Sequenzen ihre Zuhörer zu einer spannenden und zugleich entspannenden Unterhaltung parallel zum quirligen Dorffesttrubel einladen. Die Kunst um das geschriebene, beziehungsweise gesprochene Wort, werden ergänzt durch Bilder von Dodo Wartmann, die neben ihrer schriftstellerischen und herausgeberischen Arbeit auch eine begabte Malerin ist.

Die Inhaberin der Jade Galerie in Frick, Roxana Araya Hossli, kam mit der Künstlerin Dodo Wartmann in Kontakt, als die Organisatoren des Dorffestes «950 Jahre Frick» im Vorfeld auf sie zukamen, um in den Räumlichkeiten ein Literatur Café des Linzgau Literatur Vereins durchzuführen.

Die Idee, nicht nur der Schriftstellerin Dodo Wartmann eine Plattform zu geben, sondern gleichzeitig auch deren Bilder zu präsentieren, war geboren. Die Jade Galerie eröffnet am 21. August um 19 Uhr eine Ausstellung zum Thema «Zeitspuren» – passend zum Dorffest Frick, das in seiner 950-jährigen Geschichte viele Zeitspuren erlebt hat. Die Ausstellung dauert bis 27. September und ist auch während des Dorffestes geöffnet.