Die Vermarktung des Sisslerfeldes – der grössten, noch unbebauten Industriefläche im Kanton – ist auf Kurs: Die achtseitige Broschüre (die az berichtete) ist fertiggestellt und wird nun an potenzielle Investoren abgegeben.

Die Broschüre zeigt auf, was die kantonale Standortförderung «Aargau Services», die involvierten Gemeinden und die Grundeigentümer auf dem knapp 300 000 Quadratmeter grossen Areal realisieren wollen: Einen «Life Sciences Campus», der «Raum für Innovationen» bietet und mit den bestehenden Pharma-, Biotechnologie- und Chemiefirmen interagiert.

Infrastruktur mitbenutzen

Der bestehende Life Sciences Cluster ist bereits heute mit Unternehmen wie Novartis, DSM, Syngenta und BASF führend und soll mit zusätzlichen Firmen weiter aufgewertet werden. Das Umfeld «ermöglicht Synergien», heisst es in der Broschüre. Dazu zählt auch, dass sich eine neu angesiedelte Firma das bestehende Energiesystem (Dampf), die Entsorgungskette oder das Personalrestaurant mitnutzen kann. Auch sicherheitstechnisch sind Kooperationen denkbar, etwa bei der Betriebsfeuerwehr. Mehr noch: «Die benachbarten Unternehmen sind bereit, auch neue, gemeinsam nutzbare Infrastrukturen und Dienstleistungen aufzubauen», heisst es in der Broschüre. Als Beispiel wird die Analytik genannt. Bebaut werden kann das Areal in zwei Etappen:

- Ab sofort stehen «bereits weitgehend erschlossene Flächen» von 49 500 Quadratmetern im nördlichen Teil sowie 212 500 Quadratmeter «für ein Grossprojekt» im südlichen Teil zur Verfügung. Auf dem Areal Nord, das auch in Teilflächen unterteilt werden kann, können bis zu 35 Meter hohe Gebäude errichtet werden, auf dem Areal Süd beträgt die maximale Gebäudehöhe 15 bis 30 Meter.

- Ab 2020 können im nördlichen Teil weitere rund 35 200 Quadratmeter bebaut werden.

Vermarktung braucht Zeit

Die Broschüre markiert einen weiteren Schritt auf einem langen Weg: Bereits seit mehreren Jahren ist die Ansiedlung im Sisslerfeld ein Thema. Sie erwies sich als sehr komplex, da mehrere Grundstückeigentümer und Gemeinden mit teilweise unterschiedlichen Interessen betroffen sind. Gemeinsame Lösungen zu entwickeln, ist da nicht einfach – und braucht Zeit.

Diese geben sich Kanton und Eigentümer auch bei der nun gestarteten Vermarktung des Areals. «Von der neuen Broschüre dürfen keine Wunder erwartet werden. Der Verkauf wird Zeit brauchen», sagte Sabina Erny, Projektleiterin Standortentwicklung bei Aargau Services, im Januar zur az. Ziel sei nicht ein möglichst baldiger Verkauf, sondern «eine für das Sisslerfeld passende Ansiedlung».