Laufenburg
Liegenschaftsbesitzer wollen mehr Zeit

Der Stadtrat Laufenburg arbeitet an der Umsetzung des Wärmeverbundes, hat aber noch viele Fragen zu klären.

Dieter Deiss
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Die Liegenschaftsbesitzer fordern mehr Zeit für eine Entscheidung in Sachen Wärmeverbund. Derweil liegt das Baugesuch für das Grundbuchamt bereits auf. ZVG/Archiv

Die Liegenschaftsbesitzer fordern mehr Zeit für eine Entscheidung in Sachen Wärmeverbund. Derweil liegt das Baugesuch für das Grundbuchamt bereits auf. ZVG/Archiv

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«Es ist beim Projekt Wärmeverbund wie mit dem Huhn und dem Ei: Was war zuerst?», kommentierte Stadtrat Thomas Argast die verschiedenen Diskussionsvoten. Auf der einen Seite sind die Liegenschaftsbesitzer, die für ihre Entscheidungen verständlicherweise möglichst genaue Unterlagen fordern. Auf der anderen Seite befindet sich der Stadtrat, der vor einer definitiven Projektierung verbindlich wissen möchte, wie viele Anschlusswillige es gibt und wo sich deren Liegenschaften befinden.

Zusammen mit der Einladung zur Infoveranstaltung wurde sämtlichen Liegenschaftsbesitzern ein ganzes Paket von Unterlagen zugestellt: Reglement für die Wärmeversorgung, Ausführungen zu den technischen Anschlussbedingungen, Preisblatt sowie ein Entwurf für den Anschluss- und Wärmelieferungsvertrag waren die Grundlagen, die zur Diskussion standen. Eines vorweg: Die Grundstimmung zum geplanten Vorhaben war durchweg positiv, verschiedentlich wurde denn auch in den Diskussionsvoten auf die Bedeutung des Wärmeverbundes hingewiesen.

Zeitplan wird kritisiert

Dass der Teufel freilich im Detail steckt, zeigte das ausgiebige Frage- und Antwortspiel. Ein wesentlicher Kritikpunkt, der von verschiedenster Seite aufgegriffen wurde, war der enge Terminplan. Bereits am kommenden 8. Januar möchte nämlich der Stadtrat im Besitze der unterzeichneten Verträge sein. Dies sei völlig unrealistisch, meinte beispielsweise der Besitzer einer grösseren Altstadtliegenschaft. Nebst den Anschlusskosten rechne er bei seiner Liegenschaft für die nötigen Anpassungsarbeiten mit zusätzlichen Investitionen von mehreren zehntausend Franken. Solche Investitionen könne man nicht einfach über das Knie brechen.

Zur Diskussion standen aber auch die für die Liegenschaftsbesitzer anfallenden Kosten, die aus einer einmaligen Anschlussgebühr, einer jährlich wiederkehrenden Grundgebühr und dem Preis für die bezogene Energie bestehen. Die relativ grosszügige Kompetenz an den Gemeinderat für zukünftige Preisanpassungen verunsichere die Leute, meinte ein Votant.

Umweltfreundliche Heizung

Von einem Anwohner wurde die Frage nach den entstehenden Emissionen aufgeworfen. Projektleiter Walter Stäuber von der Medinstplan AG führte aus, dass 99 Prozent des entstehenden Feinstaubes zurückbehalten werden. Dies sei ein Bruchteil dessen, was die bestehenden Heizsysteme freigeben. Die Verfeuerung von Holz sei zudem CO2-neutral. Man reduziere den jährlichen CO2-Ausstoss um gut 500 Tonnen.

Diskutiert wurden auch Haftungsfragen, fehlende Planunterlagen und Möglichkeiten des Abzugs der Investitions- und Anschlusskosten in der Steuererklärung. Die Verantwortlichen gaben sich zuversichtlich, dass der Wärmeverbund realisiert werden kann. Im Laufe des Frühjahrs möchte man mit den Bauarbeiten beim Alten Grundbuchamt beginnen. Hier werden Heizzentrale und Schnitzelsilo eingebaut. Deren Dimensionen hängen jedoch ab von der Anzahl Anschlüsse. Deshalb dränge die Zeit.

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