Fricktal
Liegen im Fricktal in 30 Jahren ländliche Hausbrachen?

Jörg Hartmann vom Baudepartement glaubt, dass in 30 Jahren in ländlichen Gemeinden Einfamilienhausbrachen liegen. Gemeindeammänner sehen jedoch keine Gefahr.

Susanne Hörth
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«Bis in 30 Jahren wird es in ländlichen Gemeinden Einfamilienhausbrachen geben.» Diese Aussage machte Jörg Hartmann, stellvertretender Leiter der Abteilung Raumentwicklung beim Baudepartement, vor Vertretern der Fricktaler Gemeinden.

Im Rahmen des Fricktaler Gemeindeseminars befassten sich die Teilnehmer einen Tag lang mit dem Thema Raumentwicklung. «Einfamilienhausbrache, diese Aussage ist sehr spekulativ», sagt Willy Schürch, Gemeindeammann von Münchwilen, im Gespräch mit der az Aargauer Zeitung. Momentan zeige das Bild ein anderes, so Schürch.

In Münchwilen werde «noch» jedes freie Einfamilienhaus verkauft und von Familien bewohnt. «Auch in 30 Jahren glaube ich, dass sehr viele Leute die Ruhe in einem Einfamilienhaus mit Garten suchen», zeigt sich der Gemeindeammann überzeugt.

Vor sechs Jahren hat Münchwilen als eine der ersten Gemeinden die Ausnützungsziffer fallen gelassen. «Um mehr Wohnraum, Wohnungen, zu schaffen», so Willy Schürch. Mit der Realisation von rund 70 Mietwohnungen in diesem Jahr können sich bald auch junge Münchwiler wieder im Dorf, in dem sie aufgewachsen sind, ansiedeln. Mit dieser Bemerkung verdeutlicht Schürch, dass nicht nur Eigentum, sondern auch Mietangebote in den Dörfern gefragt sind.

Trend wird sich wieder ändern

Auch Peter Weber, Gemeindeammann der Fusionsgemeinde Mettauertal, steht der Aussage «Einfamilienhausbrachen bis in 30 Jahren» sehr skeptisch gegenüber. «Zum einen können wir Einfamilienhäuser, die frei werden, relativ gut verkaufen, zum anderen wird sich der Trend, in die Agglomeration zu ziehen, in den nächsten Jahren wieder ändern.»

Im Ortsteil Hottwil wollen nun gleich drei junge Familien ein Einfamilienhaus bauen, nennt Weber ein Beispiel und ist überzeugt: «Solange bei uns die Landpreise vernünftig bleiben, werden wir keine Brachen haben.»

Die Gemeinde Mettauertal hat eine Plattform für Kauf- und Verkaufswillige aufgebaut. «Wir sind dadurch jederzeit informiert, was sich in unserer Gemeinde tut, vorausgesetzt, die Plattform wird genutzt», erklärt Weber.