Zuzgen
Liedermacher, Torero und Boy-Group am elften Klangheimli-Fesitval

Das elfte Klangheimli-Festival trumpfte mit Rob Spence, Nils Althaus und den Fäaschtbänklern auf. Die Stammgäste waren sich einig: So ein gutes Programm gab es vorher noch nie.

Hans Christof Wagner
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11. Klangheimli-Festival
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Eher ein Mann der leisen Töne - Nils Althaus
Die Fäaschtbänkler sangen im ersten Teil des Abends ohne ihre Instrumente
Drahtig und im blütenweissen Hemd trat Rob Spende in Zuzgen auf
Comedian Rob Spence bezog als spanischer Torero das Publikum mit ein
Eher ein Mann der leisen Töne - Nils Althaus
Im zweiten Teil des Abends liessen die Fäaschtbänkler nun auch ihre Instrumente zum Einsatz kommen
War als Torero im Publikum auf der Suche nach einem Stier - Rob Spence
Comedian Rob Spence bezog als spanischer Torero das Publikum mit ein.
Rob Spence unternahm mit einer Besucherin auch eine imaginäre Töff-Fahrt, während ein anderer Freiwilliger einen Baum spielte

11. Klangheimli-Festival

Hans Christof Wagner

Langjährige Besucher des Klangheimli-Festivals waren sich einig: So gut wie 2016 war das Programm noch nie. Es gibt durchaus Vergleichsmöglichkeiten, fand das Kulturevent am Wochenende doch schon zum elften Mal statt, wie OK-Präsident Valentin Sacher im ausverkauften Raiffeisen-Kulturzelt berichtete.

Die Mischung unterschiedlicher Genres, die Moderation durch Mario Hürbin und die Taktung der Beiträge kamen gut an. Die Organisatoren hatten sich nicht lumpen lassen und Grössen wie Rob Spence, Nils Althaus und die Fäaschtbänkler im ersten wie auch im zweiten Teil des Abends auftreten lassen, in kleinen, wohldosierten Häppchen. Für einen guten Zweck: Die Einnahmen gingen an den blasmusikalischen Nachwuchsförderverein Wegenstettertal.

Die Schweizer Boy-Group

Den Auftakt machten die Fäaschtbänkler aus Kriessern (SG), jene 2008 gegründete Ostschweizer Boy-Group mit dem schier unerschöpflichen Repertoire an Stilrichtungen. Im ersten Teil liess das Quartett die Instrumente noch liegen und begeisterte nur mit ihren Stimmen. Mit spitzbübischem Lächeln auf den Lippen liessen sie die 90er Jahre, die Hochphase rein männlicher Gesangstruppen, wieder aufleben – gleichwohl mit einem ganz eigenen Konzept und kaum in eine Schublade zu stecken.

Letzteres gelingt bei Rob Spence schon eher, ist der Zuger mit australischen Wurzeln doch ein Vertreter der Physical Comedy. Im blütenweissen Hemd, gertenschlank und drahtig, erzählte er Berner-Witze, spielte mit nationalen Klischees, amüsierte mit dem kritischen Blick des Eingewanderten auf Schweizer Eigenarten. Bei seinen Pointen müssen sich die Leute die Tränen abwischen vor Lachen. Dafür gibt er alles – vollen Körpereinsatz, ausgeprägtes Minenspiel, Interaktion mit dem Publikum.

Das Zelt tobte, als er als spanischer Torero einen Gast aus dem Publikum Stier sein liess, als italienischer Carabinieri jemanden zum Strippen animierte und als machohafter Töff-Fahrer eine Besucherin mit auf eine imaginäre Reise nahm. An den Tischen hiess es: «Hammer, der Mann.»

Ganz solo und auf sich fokussiert zeigte sich indes Nils Althaus. Schauspieler, Liedermacher, Kabarettist, Biochemiker – der 34-Jährige bringt viele Talente mit. Seine Lieder, zu denen er sich selbst auf der Gitarre begleitet, sind nicht zum Mitklatschen, sondern zum leisen und feinen Schmunzeln. Althaus ist einer, der mit dem Liedermacher-Image kokettiert, der, im Publikum stehend, darüber räsoniert, auch einmal ausserhalb des Scheinwerfer-Lichts zu stehen.

Das Bad in der Menge genossen auch die Fäaschtbänkler, die im zweiten Teil des Abends ihre Instrumente zum Einsatz kommen liessen und bewiesen, wie virtuos sie diese zu beherrschen wissen. In einem Medley waren ganze 22 verschiedene Musikrichtungen enthalten. Bei Schlager-Hits wie «Anita» und «Viva España» gab es im Zuzger Zelt kein Halten mehr.