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Liebrüti-Krähen: Roboter-Falke zeigt wenig Wirkung

Entwickler Marcel Maurer mit dem künstlichen Falken «Robird».

Entwickler Marcel Maurer mit dem künstlichen Falken «Robird».

Im Kampf gegen die Liebrüti-Krähen, die mit ihrem Gekrächze so manch einen Anwohner um den Schlaf bringen, fährt der Gemeinderat ein Drei-Säulen-Konzept. Für die Massnahmen Nahrungsentzug, Vergrämung und Abschuss hat er mit dem Budget 2020 einen Betrag von knapp 50000 Franken bewilligt. Nachdem bereits die Bäume zurückgeschnitten wurden, kam ab dem 25.Februar der Robotervogel «Robird» für die Vergrämung zum Einsatz.

Eigentlich, so der zuständige Gemeinderat Jean Frey, war geplant, dass der künstliche Falke eine Woche länger fliegt. Jedoch musste der holländische Drohnenpilot bereits am vergangenen Montag die Rückreise antreten. Dies, weil das Hotel Adler, in dem der Drohnenpilot untergebracht war, wegen des Corona-Virus schloss. «In den rund drei Wochen war der künstliche Falke bis auf wenige Tage, an denen es stürmte, für mehrere Stunden in der Luft», sagt Frey.

Die Bilanz des Drohneneinsatzes fällt ernüchternd aus. «Ich habe einige Rückmeldungen aus der Bevölkerung bekommen. Viele meinten, dass der ‹Robird› im letzten Jahr mehr gebracht hätte. Einige sagen auch, dass es noch immer unverändert laut ist», sagt Frey. Im vergangenen Jahr war der Roboter-Falke im August insgesamt 83 Mal in der Luft und sorgte für eine deutliche Reduktion der Population. «Die Krähen sind ja auch nicht dumm. Gut möglich, dass sie sich an den Falken gewöhnt und ihre Angst vor ihm verloren haben». In den nächsten Wochen stehen keine Vergrämungsmassnahmen an.

Für den Einsatz des künstlichen Falken hat die Gemeinde vom Kanton eine Ausnahme­bewilligung erhalten. Dies, weil die Vergrämung während des Beginns der Schonzeit stattfand. Frey ist der Auffassung, dass man die Population nur nachhaltig dezimieren könne, wenn man in den nächsten Wochen die Nester der Krähen entfernen kann. Hierzu bedarf es jedoch aufgrund der Schonzeit einer erneuten Ausnahmebewilligung. «Wir werden hierfür das Gespräch mit der zuständigen kantonalen Stelle suchen», so Frey. «In jedem Fall wollen wir uns mit den Massnahmen, die wir durchführen, im gesetzlichen Rahmen bewegen», schiebt er nach. Die Jagdgesellschaft würde auch vermutlich in diesem Herbst nach der Schonzeit aktiv werden und Jagd auf die Krähen machen, wenn die Vögel ausserhalb des Siedlungsgebietes auf Nahrungssuche gingen. (dka)

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